Tintendrache

Ein Blog über Bücher und Schreiben

Elfenmal – Sirakum se rakaj – Die Sprache des Lebens

Die Welt von „Elfenmal“ ist eine riesige Welt und die Geschichte spielt nur in einem Bruchteil von ihr. Die Länder sind bevölkert von Menschen, Elfen, Zwergen, Drachen und noch vielen weiteren Wesen; und von Gottheiten. Die Gottheit der drei Kronen, die Gottheit der vielen Gesichter und die Gottheit des Weges bestimmten über das Schicksal der Sterblichen. Ihre Sprache wird von den Sterblichen als „Sprache des Lebens“ bezeichnet und funktioniert nach ganz eigenen Regeln.
Zum Glück haben wir ein paar Aufzeichnungen des Hohen Rats in die Finger bekommen, damit wir uns diese Sprache einmal ansehen können …

Einleitung

Die Sprache sirakum se rakaj (= Sprache des Lebens) ist die Sprache des Hohen Rats. Sie gilt außerdem als die Sprache der drei Gottheiten, denen die Erschaffung der Welt nachgesagt wird. Sie unterscheidet sich insofern von der Sprache der Sterblichen, als dass sie kein Konzept für Geschlecht aufweist, da auch die Gottheiten dem Glauben des Hohen Rats nach ursprünglich kein den Sterblichen bekanntes Geschlecht hatten. Genauso fühlen sich auch die Mitglieder des Hohen Rats dem binären Geschlechtssystem nicht zugehörig. Auf dem Kontinent Saschwan weisen nur noch die Bezeichnungen einiger Orte und Landschaften auf die Sprache des Hohen Rats hin, in der Regel wurden ihre Bezeichnungen aber übersetzt.
Eine besondere Auffälligkeit der sirakum se rakaj ist die Tatsache, dass Konsonanten nicht auf Konsonanten und Vokale nicht auf Vokale folgen können, was bei einigen Konjugationen und Deklinationen zu eingeschobenen Buchstaben führt. Ansonsten verfügt die Sprache über das gleiche phonlogische Repertoire wie die Sprache der Sterblichen.
Zweisilbige Wörter werden auf der ersten Silbe betont, dreisilbige auf der zweiten, viersilbige auf der dritten usw.

Nomen/Adjektive

Dadurch, dass Konsonanten nicht auf Konsonanten und Vokale nicht auf Vokale folgen können, muss wie bei dem Wort Iveral im Plural ein Vokal ergänzt werden. Würde Vokal auf Vokal folgen, würde ein Vokal weggestrichen werden. Es existieren außerdem keine Artikel.
Nomen und Adjektive werden in zwei Klassen unterschieden: lebendig und unlebendig. Die lebendige Klasse teilt sich wiederum in tierische Begriffe, Begriffe, die die Völker beschreiben und Worte aus der Natur.

Rot = Marker, schwarz = Stamm, gelb = eingeschobener Buchstabe

Der Genitiv wird durch ein „se“ vor dem Wort gekennzeichnet, also z.B. ulanir se avakela (= der Berg der Katze).
Akkusativ und Dativ haben die gleiche Kennzeichnung, ein „ri“ vor dem Wort, also z.B.: Nivokum lunisan ri iveral (= Die Krone gehört dem Riesen).

Verben

Verben werden zwischen transitiv und intransitiv unterschieden. Personalpronomen entsprechen den Worten für die einzelnen Personen. Die 3. Person entspricht natürlich nicht „er“ oder „sie“, sondern entweder dem gewählten Pronomen der Person oder, allgemeiner: eine weitere Einzelperson, eine einzelne Sache etc.

Schwarz = Stamm, rot = Endung

Bisher zusammengetragene Worte und ihre Übersetzung:

Schicksalsinum
Sternnivum
Bergulanir
Rieseiveral
Zwergiverakam
Kronenivokum
Menschiveraj
Elf/-eiveras
Dracheiverasad
Lebenrakaj
Sprachesivakum
Katzeavakela
Gnadeseslavum
Ortsarum
Reiterin/Reiterivenata
Augeivesarik
Zeitaleranum
Machtisum
allelen
mächtigisem
richtigkarim
gutselam
falschmirak
kleinkuv
seinarak
gehörenluna
hütensiko
gehorchenava
sterbenratak
lebenrak
Schlafennimevi
habenruso
verfluchensasari
oderne
unden
nichtnas
aberem
überker


Red, White & Royal Blue – Casey McQuiston

Inhalt:
Als seine Mutter zur ersten Präsidentin der USA gewählt wird, wird Alex Claremont-Diaz über Nacht zum Liebling der Nation: attraktiv, charismatisch, clever – ein Marketingtraum für das weiße Haus. Nur auf diplomatischer Ebene hapert es bei Alex leider ein wenig. Bei einem Staatsbesuch in England eskaliert Alexʼ schwelender Streit mit dem britischen Thronfolger Prinz Henry. Als die Medien davon Wind bekommen, verschlechtern sich die Beziehungen zwischen den USA und England rapide. Zur Schadensbegrenzung sollen die beiden jungen Männer medienwirksam ihre Versöhnung vortäuschen.
Doch was, wenn Alex und Henry dabei feststellen, dass zwischen ihnen eine Anziehung existiert, die über eine Freundschaft weit hinausgeht?
Plötzlich steht nicht nur die Wiederwahl von Alexʼ Mutter auf dem Spiel …

Übertroffene Erwartungen

Zu erst einmal: Ich habe das Buch zuerst auf Englisch gehört, weil ich noch ein Audible-Guthaben hatte (und es mir direkt nach dem Hören bestellt und nochmal gelesen) (und dann nochmal gehört). Das Buch stand schon eine Weile auf meiner Liste, ich hatte nicht allzu viel erwartet und dann hat sich das ergeben. Was soll ich sagen; ich habe das Buch in drei Nächten durchgehört und war zweimal bis 5 Uhr wach, weil ich nicht aufhören konnte. Ich habe gelacht, bin fast aus dem Bett gefallen, habe viel „Awwww“ gemacht und hin und wieder ein bisschen geschnieft.
Gerechnet hatte ich mit einer etwas stereotypen, ganz netten Liebesgeschichte, bei der ich manchmal die Augen verdrehen würde.
Bekommen habe ich ein Buch, an dem ich nichts auszusetzen habe, das mich von vorne bis hinten überzeugen konnte und das in einer Welt spielt, in der ich aktuell tausendmal lieber leben würde. Eine Welt, die sozusagen nur einen Schritt von unserer entfernt ist.

Die Figuren: Alex ist der Erzähler, durch dessen Augen wir die ganze Geschichte erleben. Er ist sympathisch, lustig und selbstbewusst, ohne sich zu ernst zu nehmen. Erst im Laufe der Geschichte blutet auch seine andere Seite durch, die etwas düsterer ist und ihn dadurch endgültig nahbar macht. Als er begonnen hat, seine Sexualität zu hinterfragen, bin ich vor Lachen hin und wieder aus dem Bett gefallen (siehe oben …), weil das einfach … so perfekt war. So nachvollziehbar für jemanden, der seine Sexualität auch erst relativ spät entdeckt hat.
Henry ist … haaaach. Henry ist zum Knuddeln. Ich würde ihn gerne in eine Kuscheldecke wickeln und an einen sicheren Ort bringen, damit ihm niemand mehr wehtun kann.
Auch alle anderen Figuren fand ich sehr sympathisch und menschlich. Klar, vor allem die Älteren waren zum Teil etwas blass, aber sie sind immer wieder durch besondere Eigenschaften hervorgestochen.

Die Handlung: Der Plot ist an sich, wenn man den Klappentext gelesen hat, nicht allzu überraschend. Was mir wahnsinnig gut gefallen hat, ist, dass das Drama größtenteils außerhalb der Beziehung von Alex und Henry stattgefunden hat. Ein Punkt, der mich in Gay Romance ja immer stört; das Outing sorgt für Drama und die beiden Liebenden trennen sich. Was ich jedes Mal bescheuert und unrealistisch finde. Deswegen bin ich umso glücklicher, dass das hier nicht der Fall war. Ansonsten weist die Handlung ein paar zauberhafte Episoden auf (TRUTHAHN, der Karaoke-Abend, der Ausflug zum See, das Museum … Oh Gott, das Museum x_x). Wenn man das Buch zum zweiten Mal liest, fällt einem auch extrem viel gute und clevere Vorbereitung der späteren Handlungsstränge auf. Das hat mir sehr gut gefallen!

Die Liebesgeschichte: Die Beziehung zwischen Alex und Henry ist natürlich das große Highlight. Enemies to fake friends to friends to friends with benefits to lovers ist halt irgenwie unser aller Kryptonit 😉 Meins auf jeden Fall, besonders, wenn es so unglaublich gut dargestellt wird. Nichts fühlte sich gehetzt oder erzwungen an, alle Schritte in der Beziehung waren nachvollziehbar und liebevoll. Auch, als Alex noch etwas dösig unterwegs war, war die Beziehung vor allem von Respekt füreinander geprägt. Über die Zitate berühmter Menschen am Ende der Mails muss ich glaube ich nichts sagen. Die sprechen für sich selbst.
Ein Punkt, den ich definitiv hervorheben muss: Gay Romance ist normalerweise voll von klischeehafter übersexualisierter Intimität. Jap, Red, White and Royal Blue ist New Adult. Es GIBT Sex. Aber! Casey McQuiston setzt hier konsequent durch, was die LBGTQ+ Community seit Jahren versucht an die Gesellschaft zu bringen; Sex ist nicht nur Penetration. Sex ist das, was wir daraus machen, und vor allem etwas, das nur mit Consent und Respekt funktioniert. Sollte selbstverständlich sein. Eigentlich.

Der Schreibstil: Auch der Stil ist wirklich gut. Ich wäre sogar bereit, hier Abstriche zu machen, weil der Rest des Buches so genial ist, aber Gott sei Dank muss ich das nicht. Der Stil ist leicht zu lesen, perfekt für die Geschichte, lustig und ernst an den richtigen Stellen. Ich kann hier aber auch nur für den Stil des Originals sprechen, ich weiß nicht, wie die Übersetzung aussieht.

Fazit: Ein absolut fantastisches Leseerlebnis, das ich allen ans Herz legen würde. Oder ein Hörerlebnis, ich mag den englischen Sprecher sehr gerne (auch wenn er einen amerikanischen Akzent hat … *seufz*). Eine Liebesgeschichte, die eine Welt zeichnet, in der Akzeptanz nicht nur ein Wort ist, sondern gelebt wird. Die mit wunderbaren Figuren besticht und einen einfach mit einem Glücksgefühl hinterlässt.

Zusammenfassung:

Cover: 4/5
Story: 5/5
Figuren: 5/5
Liebesgeschichte: 5/5
Schreibstil: 5/5
Insgesamt: 5/5

Girls of Paper and Fire – Natasha Ngan

Inhalt:
In this richly developed fantasy, Lei is a member of the Paper caste, the lowest and most persecuted class of people in Ikhara. She lives in a remote village with her father, where the decade-old trauma of watching her mother snatched by royal guards for an unknown fate still haunts her. Now, the guards are back and this time it’s Lei they’re after — the girl with the golden eyes whose rumored beauty has piqued the king’s interest.

Over weeks of training in the opulent but oppressive palace, Lei and eight other girls learns the skills and charm that befit a king’s consort. There, she does the unthinkable: she falls in love. Her forbidden romance becomes enmeshed with an explosive plot that threatens her world’s entire way of life. Lei, still the wide-eyed country girl at heart, must decide how far she’s willing to go for justice and revenge.

Verschenktes Potenzial

Ich hatte mir viel von dem Buch versprochen. Lesbische Young Adult Fantasy, und die Protagonistin Lei erlebt eine Erfahrung, die Marlowes recht ähnlich ist. Es gibt sogar eine Triggerwarnung im Buch und ein Vorwort dazu, was ich sehr lobenswert finde. Theoretisch gesehen.
Der Einstieg fiel mir wahnsinnig leicht. Die ersten 190 Seiten habe ich am Stück gelesen und das Buch dann nur widerstrebend weggelegt – im Nachhinein hätte ich es besser an einem Stück gelesen denke ich. Aber der Reihe nach.

Die Figuren: Lei ist eine ziemlich typische Young-Adult-Heldin. Sie ist aufmüpfig, verurteilt andere schnell, ist tollpatschig, vergeigt durch ihre impulsive Art quasi jeden Plan selbst und ist eigentlich für jede ihr gestellte Aufgabe zu unfähig (bis zur Mitte des Buches – obwohl hier dann einfach der Unterricht nicht mehr erwähnt wird und ihr alles zufliegt, ohne, dass sie selbst handeln muss). Wren fand ich spannend und faszinierend. Ich hätte mir gewünscht, mehr über sie als Person zu erfahren.
Die anderen Figuren waren alle recht … generisch. Von ihnen habe ich schon in „Selection“ gelesen (es sind quasi dieselben Charaktere vertreten). Mir hat es aber ganz gut gefallen, dass sie alle verschiedene kulturelle Hintergründe hatten, die man auch durchgespürt hat. Vor allem am Anfang. Bis auf Aoki sind sie aber alle ziemlich blass gewesen.

Das Setting: Definitiv ein großes Highlight des Buches, von Anfang bis Ende! Wir befinden uns in etwas, das einem asiatischen Großreich recht ähnlich ist, würde es in unserer Welt spielen. Von daher finde ich es durchaus sinnvoll, dass es so viele Hinweise auf verschiedene Kulturen gibt. Die Idee der Menschen und Dämonen fand ich auch sehr spannend. Den Hof des Königs konnte ich mir sehr gut vorstellen und war fasziniert von der Idee der verschiedenen „Gebiete“ im Hof.

Die Handlung: Jetzt kommen wir zu den größeren Knackpunkten. Der Aufhänger der Geschichte ist toll und klingt wahnsinnig vielversprechend. Der Anfang ist dann auch wirklich gut, aber die ersten Schwächen kommen recht schnell. Ich hätte mir mehr Informationen über den Unterricht der Paper Girls gewünscht. So wurden die einzelnen Unterrichtseinheiten exakt dann erwähnt, wenn man mal gerade schnell einen Plotpunkt brauchte. Auch das Magie-System (wenn es eins ist?) ist mir überhaupt nicht klar geworden, ebenso das Göttersystem. Was schade ist, weil es dazu genug Gelegenheiten gegeben hätte.
Aber das ist nicht einmal das, was mich massiv gestört hat; ungefähr ab der Hälfte wurde es einfach vorhersehbar. Es kam nichts Neues, das habe ich alles schon einmal in anderen YA-Büchern gelesen. Die Plotstruktur gängiger Genre-Romane kam so deutlich durch, dass ich vermutlich die exakten Stellen von „Wendepunkt“ und allem anderen nennen könnte. Das Ende war ehrlich gesagt fast witzig, so unglaubwürdig kam es mir vor: Die Rebellen haben seit 200 Jahren ihre Rache geplant und verlassen sich einzig und allein auf ein einziges Mädchen? Und dann wird, OH ZUFALL, die Verantwortung auf ein anderes Mädchen übertragen, das sowas von nicht in der Lage dazu ist, den Plan durchzuführen und es trotzdem irgendwie schafft?
Auch die kleineren Plottwists waren nicht vorbereitet, sondern sind mehr oder weniger aus dem Himmel gefallen.
Was mich aber sogar NOCH mehr gestört hat und was das Buch haarscharf an die 1-Sterne-Grenze getrieben hat: Die Vergewaltigung war absolut und zu 100% unnötig. Leis angeblicher Wendepunkt danach war überflüssig, weil sie schon wütend und auf Rache aus gewesen ist. Und dann wurde die Vergewaltigung nicht einmal mehr thematisiert, außer um uns daran zu erinnern, wie wütend Lei ist. Sie hat nicht darunter gelitten. Sie war davon nicht beeinflusst. Und zwei Seiten später hat sie wieder mit Wren rumgeknutscht. So funktioniert Trauma nicht – auch wenn man individuelle Ausprägungen in den Blick nimmt. Das ist nicht realistisch und das ist kein Bild, das man jungen Frauen vermitteln sollte. Ganz zu Schweigen davon, dass „Healing through Love“ was wortwörtlich passiert ist, ein absolutes No-Go ist. Allgemein und in diesem Fall besonders.

Der Schreibstil: Der Stil war soweit in Ordnung, es ließ sich recht flüssig lesen. Hin und wieder hätten es etwas weniger Adjektive sein können, das war mir etwas „too much“. Aber im Großen und Ganzen wirklich schön zu lesen.

Fazit: Das Buch hat im Ansatz so viel richtig gemacht – und ist dann an seinen eigenen Erwartungen gescheitert. Statt einer toughen Protagonistin hatten wir Lei, die alleine nichts auf die Kette bekommen hat. Dabei ist es völlig in Ordnung, Dinge gemeinsam anzugehen, Feinde gemeinsam zu besiegen. Aber ihr wurde alles vorgekaut, sie war Teil der Pläne oder sogar Objekt der Pläne, aber nicht an ihrer Entstehung beteiligt. Ohne Wren wäre sie völlig aufgeschmissen gewesen.
Eine Triggerwarnugn ist gut und schön, aber dann sollte man sie wenigstens spezifisch genug machen und „rape“ hinschreiben. Das hat mich nämlich wie aus dem Nichts getroffen. Ganz zu schweigen davon, dass eine TW nicht reicht; man muss dann auch mit dem Thema umgehen können und das habe ich hier einfach nicht gesehen. Ein paar Tage schlechte Stimmung ist mir da einfach nicht genug.

Zusammenfassung:

Cover: 4/5
Story: 2/5
Setting: 4/5
Figuren: 2/5
Liebesgeschichte: 3/5
Schreibstil: 3/5
Insgesamt: 2/5

Die Jahresprinzessin-Reihe

Klappentext (eBox): **Bist du bereit, den Preis für die Unendlichkeit zu zahlen?** 
In einem Land, in dem die Zeit für immer stillsteht, fühlt sich Marlowe oft fehl am Platz. Denn als Mensch ist sie eine der Wenigen, die im Sommerland älter wird. Genau dies macht sie zu etwas Besonderem, weshalb sie von der Königin der Ewigen zur Jahresprinzessin erwählt wird. Fortan hat Marlowe die Fähigkeit, den Fluss der Zeit zu verhindern und so die Ewigkeit zu bewahren. Doch der schöne Schein des königlichen Lebens beginnt schnell zu verblassen und Marlowe muss erkennen, dass die Ewigkeit auch ihre Schattenseiten hat. Erst die Kriegerin Charis bietet ihr einen Weg, dem Intrigenspiel der Herrschenden zu entkommen … 

Mein Leben im Regenbogen

Ich mache da nicht unbedingt ein Geheimnis draus, aber auch hier noch einmal: Ich bin lesbisch. Ist in der Regel keine große Sache, aber wusstet ihr eigentlich, dass in 15 Ländern immer noch die Todesstrafe auf Homosexualität steht? Und in noch mehr Ländern kann man dafür bestraft werden? Wenn ich in ein nicht-europäisches Land verreisen möchte, muss ich erst einmal googlen. Hätte ich eine Freundin, müssten wir gegebenenfalls verschweigen, dass wir ein Paar sind. Und auch innerhalb der EU wüsste ich nicht … würde ich in Polen Hand in Hand mit einer Frau herumlaufen? Gemessen an der aktuellen Lage dort; eher nicht.
Das ist schlimm. Das ist richtig schlimm. Und das sind nur die großen, beängstigenden Zustände.
Ich bin in einer sehr, sehr toleranten Familie aufgewachsen. In der Familie väterlicherseits gibt es ein Ü80-jähriges, lesbisches Pärchen – und dieser Familienteil ist extrem christlich. Und trotzdem, obwohl wir auch nicht-heterosexuelle Freunde haben und das nie als Problem kommuniziert wurde, habe ich über 17 Jahre gebraucht, um zu begreifen, dass ich nicht heterosexuell bin.
Ich habe mir dann irgendwann die Frage gestellt: Warum ist das so?
Ein Blick in mein Bücherregal verriet mir einen Teil der Wahrheit. Ich habe immer schon sehr viel gelesen. Aber alle Helden und Heldinnen meiner Kindheit und Jugend waren heterosexuell (übrigens immer noch …).
Da ist mir klar geworden: Das will ich so nicht. Ich will nicht, dass Kinder und Jugendliche in einer zum Glück toleranter werdenden Welt aufwachsen, aber trotzdem nicht beigebracht bekommen, dass sie unabhängig von ihrer Sexualität die Welt retten und Feuerblitze schleudern können.

Eine glückliche Autorin erscheint!

„Sag mal … geht das?“

Das war die Frage, die ich meiner Lektorin auf der LBM stellte, in Bezug auf romantische Fantasy mit zwei Frauen. Ich war super nervös, als ich diese Frage stellte und hatte etwas Angst vor der Antwort.
Hätte ich nicht haben müssen.
„Klar geht das. Solange die Geschichte überzeugt … Worum soll es denn gehen?“
Also habe ich ihr von meiner Idee erzählt: Eine von der Avalon-Saga inspirierte Geschichte, in der es um ein Mädchen geht, das zur Prinzessin gekürt wird – und die dafür einen hohen Preis zahlen muss. Der erste Band hatte sich wie von selbst geschrieben, aber ich habe ihn dann eine Weile unterbrochen, weil Impress zuerst Engelsschatten veröffentlichen wollte.
Aber auf der FBM 2019 kam dann die Zusage für „Die Jahresprinzessin“. Da war mir schon klar, dass es zwei Bände werden würden (wenngleich ich eigentlich eher eine Trilogie gebraucht hätte, aber das ergab sich erst beim Schreiben des zweiten Bandes) und zum Glück hat Impress das genauso gesehen.
Dann hieß es: schreiben, schreiben, schreiben! Der erste Band ging mir glatt von der Hand, aber beim zweiten hieß es dann: Wir müssen deine Deadline verkürzen. Aus 3 Monaten wurden 6 Wochen. Jetzt weiß ich: Das hätte ich niemals zulassen dürfen und meine Betreuerin sieht das glücklicherweise genauso.
Mit viel Hilfe und Unterstützung meiner Lektorin, habe ich es aber irgendwie geschafft, Band 2 pünktlich abzugeben. Erschwerend zu der Deadline kam hinzu, dass ich beim Schreiben große Probleme mit dem Plot hatte. Irgendetwas ist beim Planen schief gelaufen und der Spannungsbogen war vollkommen durcheinander. Also musste ich alles umstellen. Und dann später noch einmal alles umstellen. Und fünf Szenen komplett rauswerfen. Inklusive eines Plottwists. Das war hart, das waren schwere Entscheidungen, aber ich hatte auch nur eine begrenzte Seitenanzahl und musste das tun, was am besten für mein Buch war (wir haben die Seitenanzahl trotzdem total überzogen …).

Ein schwieriges Buch …

Sozusagen ein Fazit …

Mit „Die Jahresprinzessin“ wollte ich einen Beitrag leisten, die Buchwelt bunter zu machen. Jungen Menschen zu zeigen, dass heterosexuell sein keine „default Einstellung“ sein muss.
Ein weiteres, wichtiges Thema, das ich mit dieser Reihe aufgreifen wollte, war: sexuelle Übergriffe. Ich habe sehr lange mit mir gerungen, ob ich das wirklich in ein Jugendbuch einbringen wollte. Aber sexuelle Übergriffe und sexuelle Gewalt macht vor keiner Altersgruppe halt – so grauenvoll das auch ist. Ich wollte aber zeigen, dass man so eine Erfahrung trotzdem überwinden kann. Dass die Welt nicht endet, auch wenn es sich so anfühlt.
Der Weg dieses Buches, und ein Stück weit auch mein Weg, war nicht einfach. Gar nicht. Aber wenn ich jetzt meine Bücher im Regal sehe, bin ich stolz. Auf mich und auf alle, die vor mir dafür gekämpft haben, dass ich diese Bücher überhaupt veröffentlichen darf.

Autorenleben und der ganze Rest

Wie schaffst du das eigentlich alles?

Jeder, den ich treffe, immer, irgendwann

Für alle, die es noch nicht wussten: Ich studiere Linguistik und Anglistik (auch wenn ich letzteres im nächsten Semester wechseln werde … vermutlich). Im Optionalbereich lerne ich aktuell Italienisch und möchte noch Französisch, Spanisch und Arabisch machen. Außerdem habe ich drei Jahre für den RVR gearbeitet und bin aktuell studentische Hilfskraft.
Ach ja, und ich schreibe und veröffentliche Bücher und weil ich so ein Planungstalent bin, fallen die Deadlines in den meisten Fällen mit meinen Klausurzeiten zusammen. Ich bin mittlerweile bei meinem sechsten Buch. So viel also dazu 😉

Prioritäten

So viele Aufgaben lassen sich kaum miteinander vereinbaren. Ein Vollzeitstudium und zwei Jobs sprengen jeden Rahmen. Um trotzdem alle meine Aufgaben zu erfüllen und Deadlines einzuhalten, muss ich Prioritäten setzen. Welche das sind, ist eine Entscheidung, die mir keiner abnehmen konnte. Meine Priorität liegt beim Schreiben, was viele ziemlich seltsam finden: Willst du denn nicht dein Studium beenden, um einen Job zu haben?
Ja schon. Aber Schreiben ist auch mein Job. Ich will später Teilzeit als Autorin und Teilzeit als … was auch immer ich dann mit meinem Studium anfange arbeiten 😉
Diese Entscheidung hilft mir dabei, meinen Tagesablauf zu sortieren und mein Semester zu planen. Also: weniger Veranstaltungen, wenn Deadlines anstehen. Vor der Uni schreiben, wenn ich erst so gegen 19 Uhr zu Hause bin (danach bin ich matschig und mag nicht mehr). Aber gucken wir uns das doch mal genau an …

Mein Tagesablauf

Im Moment ist natürlich alles durcheinander gewürfelt, deswegen nehmen wir uns mal meinen aktuellen Donnerstag. Das ist nämlich der einzige Tag, wo ich relativ regelmäßig Zoom-Meetings habe 😉
Mein Vater gibt ab 10 Uhr im Wohnzimmer Geigenunterricht (ja, mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen!). Das heißt, ich muss vorher unten gewesen sein und gefrühstückt haben.
9:00/9:15 Uhr klingelt mein Wecker.
9:30-10:00 Uhr frühstücke ich und trinke Kaffee. Meistens diskutiere ich dabei mit meinem Vater über den Unsinn, den unsere Zeitung oder die Menschheit fabriziert 😉

Kaffee, sehr wichtig!


10:00-11:00 Uhr räume ich in meinem Zimmer auf, mache meinen Social Media-Kram, beantworte Whatsapp-Nachrichten des vorangegangenen Abends und des Morgens.
11:00-unterschiedlich Uhr schreibe ich meinen Wordcount für den Tag zusammen. Das sind aktuell 1100 Wörter. Das schaffe ich in 20-120 Minuten – je nachdem. Aber gehen wir mal von einer Stunde aus.
12:00-13:30 Uhr mache ich Uni-Kram und meine Aufgaben (ich bin studentische Hilfskraft).
13:30-14:00 Uhr mache ich eine Pause, meistens mit was zu Essen und einem Buch.
14:15-15:45 Uhr und 16:15-17:45 Uhr habe ich dann meine beiden Seminare. Falls die nicht als Präsenzmeeting stattfinden, erledige ich in der Zeit meine restlichen Uni-Sachen, entspanne mich ein bisschen, schreibe vielleicht noch, erledige Testleser-Kram oder fange mit eigenen Überarbeitungen an.
18:30-19:00 Uhr habe ich Klavierunterricht, der tatsächlich ab dieser Woche wieder startet. Manchmal habe ich auch eine ganze Stunde, ab 18 Uhr – je nachdem, wie das mit der Uni passt.
19:30-20:15 Uhr gibt es dann Essen, zusammen mit meinen Eltern. Donnerstag bin ich in der Regel nicht fürs Kochen verantwortlich bzw. ich esse irgendwelche Reste … was in 9/10 Fällen irgendwas mit Nudeln ist.
Ab 20:15 Uhr versuche ich, keine To-Do’s mehr zu erledigen. Da habe ich dann sozusagen frei, was eben auch wichtig ist, wenn man nur im Home Office ist. Ich gucke dann oft einen Film oder Serien. Wenn ich Lust habe, schreibe ich dabei noch ein wenig, plotte oder überarbeite. Aber oft bin ich dann auch mental ziemlich erledigt und gönne mir einfach meinen Feierabend 🙂 Nur kurz vor Deadlines, gerade im Lektorat, arbeite ich nochmal richtig viel. Zum Teil habe ich bis 2:00 Uhr nachts an meinem Lektorat gesessen, weil nur noch so wenig Zeit übrig war. Das ist aber definitiv nichts, was regelmäßig passiert oder was ich regelmäßig aushalte! Aber hin und wieder ist das vollkommen in Ordnung. Dafür halte ich mir dann den nächsten Tag frei. Im letzten Semester bin ich ein paar Mal nicht zur Uni gegangen – wobei ich großes Glück habe, verständnisvolle Dozenten gehabt zu haben, die meinen Entschuldigungsgrund mehr als in Ordnung fanden.

Fazit

Tipps, die ich allen Leuten gebe, die auch so viel gleichzeitig schaffen müssen:
1. Setzt euch Prioritäten! Wenn die beim Studium liegen, ist das auch vollkommen verständlich und gut so, aber dann müsst ihr das bei der Angabe von Deadlines (gerade im Verlag) mit bedenken. Sonst bekommt ihr richtige Probleme.
2. Planung, Planung, Planung. Ich hatte bis vor ein paar Jahren nie wirklich einen Kalender. Mittlerweile ist mein Kalender das einzige, was mich davon abhält, nicht vollkommen im Aufgaben-Sumpf zu erledigen.
3. Atmen. Manchmal muss auch ich einfach sagen: Ich kann nicht mehr. Das geht nicht.
Die Deadline von „Die Jahresprinzessin – Klinge der Zeit“ war so ein Problem. Nachdem ich vier Kilo abgenommen und quasi nur noch geheult habe, habe ich die Reißleine ziehen müssen und mit meiner Betreuerin und meiner Lektorin gesprochen. Vor allem meine Betreuerin hat zum Glück sofort eingegriffen und uns drei Wochen mehr Zeit verschafft. Meine Lektorin hat sofort gesagt, dass ich ihr erst einmal nur die Hälfte des Manuskripts schicke und sie schon einmal anfängt. Die beiden haben mir echt den Rücken freigehalten, und meine Freundinnen und meine Familie haben mich daran erinnert, dass ich auch noch atmen muss <3

Verheißung – Jussi Adler Olsen

Inhalt: Eine Tote in einem Baum. Menschen auf der Suche nach Heilsversprechen in einer krisengeschüttelten, globalisierten Welt. Pseudoreligiöse Glaubensvereinigungen, verschwundene Frauen und ein ungeklärter Todesfall, dessen Spuren zu einem hochintelligenten, charismatischen Manipulator mit ehrgeizigen Zielen führen. Der sechste Fall für Carl Mørck und sein Team vom Sonderdezernat Q führt alle Beteiligten weit über ihre Grenzen – beruflich und privat.

Die Krux von langen Krimi-Reihen

Den ersten Band des Sonderdezernat Q habe ich vor Jahren im Sommerurlaub gelesen, weil ich keine anderen Bücher mehr hatte (und meine Eltern meinen Horizont erweitern wollten). Ich war total begeistert von dem Buch und habe dann in jedem Sommer einen Band gelesen – bis ich den fünften Teil gelesen habe und enttäuscht war. Die Geschichte konnte mich einfach nicht abholen und ich habe länger gebraucht, um Band 6 in die Hand zu nehmen, obwohl dieser wieder besser sein sollte.
Das Problem mit dieser Art von Krimi-Reihen ist, dass die Figuren sich in der Regel nicht weiterentwickeln. Dadurch wirken die Bücher für mich nach einigen Bänden immer … ausgelutscht und anstrengend. Der schlechtgelaunte Kommissar ist ein paar Bände lang witzig, wird aber irgendwann nervig. Ewig lang hingezogene Rätsel sind am Anfang spannend, irgendwann will man aber nur die Lösung wissen.
Trotzdem hat mir der sechste Band gut genug gefallen, um auch bald den siebten zu lesen.

Die Handlung: Das Krimi-Rad wird hier definitiv nicht neu erfunden. Die Geschichte ist trotzdem recht unterhaltsam und weist einige Überraschungen auf. Vor allem das Ende konnte das Buch für mich wirklich rausreißen, da sich die Ereignisse dort überschlagen. Dadurch, dass die Handlung aber erst auf den letzten 150 Seiten wirklich in Gang kommt, hat das Buch sehr viele Längen. Dadurch war es manchmal eine Qual, das Buch in die Hand zu nehmen und weiterzulesen.

Die Figuren: Wie gesagt, die Stagnation der Figuren ist mein größtes Problem. Es ist einfach anstrengend, dass Rose sich immer über alles aufregt, Carl immer schlecht gelaunt ist und nie Lust auf einen Fall hat und Assad ein ewiges Mysterium ist – gleichzeitig ist er aber auch der Sympathieträger für mich.
Aber! Für mich war das Ende diesbezüglich ein Lichtblick. Ich hatte das Gefühl, dass endlich etwas in Gang kommt und sich auch innerlich bei den Figuren etwas bewegt. Definitiv ein Pluspunkt und ein Grund für mich, auch den nächsten Band zu lesen.

Der Schreibstil: Eigentlich gibt es dazu nicht viel zu sagen. Olsens Stil lässt sich flüssig lesen. In diesem Buch hatte ich manchmal Schwierigkeiten, Zusammenhänge zwischen den einzelnen Sätzen herzustellen.

Zusammenfassung

Handlung: 3/5
Figuren: 3/5
Schreibstil: 3,5/5
Insgesamt: 3/5

When We Dream – Anne Pätzold

Inhalt:

Wenn sich der größte K-Pop-Star der Welt, in ein ganz normales Mädchen verliebt …
Die 19-jährige Ella lebt seit dem Tod ihrer Eltern bei ihrer älteren Schwester in Chicago. Die Stadt ist ihr zu groß, zu laut, zu voll, und am liebsten würde sich Ella mit ihren Büchern und ihrem Zeichenblock in ihr Zimmer zurückziehen und die Außenwelt, so oft es geht, vergessen. Doch dann lernt sie Jae-yong kennen. Dass er ein Mitglied der bekanntesten K-Pop-Gruppe der Welt ist, weiß sie nicht. Was sie weiß, ist, dass der junge Mann mit den tiefbraunen Augen ihre Welt von einem Moment auf den anderen aus den Angeln hebt …

Buchszene-Drama incoming …

Gefühlt hat sich die halbe Buchszene das Buch erst einmal nur gekauft, um einer Gruppe meckernder Menschen auf Twitter eins auszuwischen. So ganz verstanden hat dieses Drama eigentlich niemand und wie die meisten Streitereien in der Buchszene war es auch absolut albern und eher für den Sandkasten geeignet, als für Gespräche zwischen Erwachsenen. Aber na ja. Das Buch ist in aller Munde und nachdem ich viel Gutes gehört habe, konnte ich beim letzten Thalia-Besuch nicht dran vorbeigehen. Das Buch wird extrem gelobt, auch von vielen Leuten, die ich kenne. Konnte es meine Erwartungen erfüllen?

Die Handlung: Das New Adult Genre lebt von Geschichten, die super dramatisch sind, wo die Figuren von ihrer Vergangenheit verfolgt und schließlich eingeholt werden – was zu besagtem Drama führt. Bei diesem Buch fand ich es sehr erfrischend, dass das Drama nicht in der Vergangenheit lag, sondern hochaktuell war. Die Probleme waren nicht unbedingt die Geheimnisse, sondern die Realität. Es hat mir außerdem gut gefallen, dass mit der K-Pop Thematik mal ein anderes Thema auf den Tisch kam. Soweit ich das beurteilen kann, wurde hier auch gut recherchiert und durch die ahnungslose Ella wurde auch der nicht-informierte Leser an die Hand genommen, ohne, dass alles in Erklärungen untergegangen ist.
Trotzdem ist es New Adult, also kein Buch, das von seiner Handlung bestimmt wird, sondern von seinen Figuren. Und wir wissen alle, dass diese ihr Happily Ever After erst am Ende ihres letzten Bandes bekommen. Bei NA-Reihen, die in jedem Band ein anderes Pärchen begleiten, passiert das nach etwa 400-500 Seiten. Hier haben wir aber eine Trilogie und als ich das gesehen habe, musste ich leise seufzen. Ich lese eigentlich keine NA-Trilogien, eben weil sich das Drama so lange hinzieht und das in der Regel zu Ungunsten des Spannungsbogen geht. Das war leider auch hier der Fall. Der Spannungsbogen war extrem flach, nach dem neugierigmachenden Anfang ist nicht viel passiert. Ich weiß nicht, wie oft ich gelesen habe, dass Ella irgendeine Süßspeise ist und ins Bett fällt. Und dann wieder. Und wieder. Hier hätte vielleicht geholfen, wenn auch Jae-Yong eine Perspektive gehabt hätte, wie das ja oft in New Adult der Fall ist. Ellas Leben ist (das klingt jetzt echt böse, das tut mir leid) langweilig. Alles, was neben ihrer Beziehung zu Jae-Yong passiert, ist glatt und farblos und wiederholt sich ständig, sodass das Buch für mich zu viele Längen hatte.

Die Figuren: Tatsächlich fand ich die Nebenfiguren fast spannender, als Ella. Sie waren eigentlich alle sympathisch, nett zu lesen, inklusive Ella und Jae-Yong. Aber das war es auch schon. Ich habe keine Kanten gesehen, keine Schwächen gespürt. Sie waren alle etwas farblos und glatt. Die einzigen, die ein paar Spritzer abbekommen haben, waren Liv und Erin. Nicht einmal Mel war für mich als Figur wirklich greifbar, da ich keine Bindung zwischen ihr und ihren Schwestern gespürt habe.
Ella hatte für mich zu wenig Motivation, zu wenig Entwicklung (quasi gar keine). Und auch keine Hobbies. Ja, sie hat gerne gelesen, zumindest hat sie das immer gesagt. Gezeigt wurde das aber nicht wirklich. Sie hat auch gerne gezeichnet, sagt sie. Aber ich habe keine Leidenschaft von ihr gespürt, sie hat sich nicht mit anderen darüber ausgetauscht außer in zwei, drei Sätzen. Sogar Livs Backen war da etwas besser rübergebracht, wirkte aber auch eher nachträglich eingefügt. Ella mag gerne Disney-Filme, aber auch das wurde nur erzählt, nicht gezeigt. Sie hat ihre Eltern vermisst – aber nur, wenn es plotrelevant war. Der Konflikt mit Mel kam wie aus dem Nichts und wirkte dadurch erzwungen.
Über Jae-Yong weiß ich quasi gar nichts. Er sagt, dass er gerne liest, aber irgendwie nur Harry Potter? Zumindest wird über kein anderes Buch geredet. Wie gesagt, ich glaube, dem Buch hätte seine Perspektive definitiv gut getan.
Keine der Figuren war schlecht gemacht. Sie wirken nur nicht vollständig ausgearbeitet. Und auch, wenn es sich hier um einen ersten Band handelt, hätte ich mir mehr gewünscht.

Die Liebesgeschichte: Die Beziehung zwischen Ella und Jae-Yong war süß. Sehr zart, sehr langsam (wie gesagt, Spannungsbogen …) und definitiv einer der Pluspunkte des Buches, wenngleich ich mir auch da etwas mehr gewünscht hätte. Was ich allerdings extrem problematisch fand, war der erste Kuss. Ella verkrampft sich (obwohl ich nicht weiß, warum, das sagt sie nicht) und Jae-Yong sagt nur, dass sie keine Angst haben soll und … macht weiter. Das geht meiner Meinung nach überhaupt nicht, das ist nicht romantisch oder irgendwie beruhigend. Vor allem, weil wir sehr deutlich gemacht bekommen, dass er der Erfahrene von beiden ist – auch wenn ich mich frage, wie. Wenn er doch seit Jahren keine Beziehung haben darf. Jedenfalls verschiebt das die Machtposition sehr zu seinen Gunsten und das hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack.

Fazit: Das klingt jetzt alles negativer, als es eigentlich war. Im Großen und Ganzen hat mir das Buch gefallen. Viele der Kritikpunkte führe ich darauf zurück, dass es sich hier um ein Debüt handelt. Ich kann mir vorstellen, dass die weiteren Bände noch deutlich flüssiger werden. Der Schreibstil war jedenfalls recht gut, sehr unaufgeregt. Das zeigt also das Potenzial, auch wenn die Autorin noch einige Schwierigkeiten hatte, die einzelnen Punkte miteinander zu verbinden.

Zusammenfassung:

Cover: 4/5
Handlung: 3/5
Figuren: 2/5
Liebesgeschichte: 3/5
Schreibstil: 3/5
Gesamt: 3/5

Lektorat – die Schönen und die Verdammten

Was ist das und kann man das essen?

Ein Lektorat ist mehr oder weniger das beste, was einem Buch passieren kann. Als Autorin bin ich nach schreiben und fünfmal lesen betriebsblind. Rechtschreibfehler sehe ich schon lange nicht mehr, krumme Formulierungen fallen mir nicht auf … Und hin und wieder FALLEN sie mir auf, aber ich weiß einfach nicht weiter. Auch die Testleser haben schon einmal gelesen und noch ein bisschen mehr Kram gefunden.
Auftritt … Lektorat! Ich bin Verlagsautorin, deswegen wird mir eine Lektorin/ein Lektor zugewiesen. Ich kann Wünsche äußern oder Empfehlungen aussprechen und oft schauen Verlage auch, dass dieselben Leute zusammenbleiben – vor allem, wenn das gut zwischen ihnen funktioniert hat. Ich hatte bis jetzt immer nur LektorINNEN, deswegen bleiben wir bei der weiblichen Form 😉
Meine Lektorin bekommt das fertige Manuskript zugeschickt und liest es sich sehr aufmerksam durch. Seeeehr aufmerksam. Wirklich. Sehr aufmerksam. Meistens habe ich mindestens zwei Durchgänge. Im ersten Durchgang achtet meine Lektorin auf alles Inhaltliche. Also, Unklarheiten, Hände, die wild in der Gegend rumfliegen und Plotholes. Dann bekomme ich das Dokument zurück, überarbeite alles (oder stelle Gegenfragen) und schicke es wieder meiner Lektorin. Danach überarbeitet sie den Stil: Wortwiederholungen, Formulierungen etc. Das Spiel geht wieder von vorne los und am Ende landet das Manuskript dann im Verlag, wo erst Korrektorat und dann Satz übernehmen – und schon halten wir ein Buch in den Händen.

Die Schönen

Ihr seht also: Ein Lektorat ist wahnsinnig wertvoll. Es holt aus einem Buch nochmal alles heraus und hübscht es für die Leser_innen auf. Denn: Ich kenne alle Hintergründe. Mir ist alles glasklar. Euch nicht. Und deswegen muss meine Lektorin für euch einspringen. Manchmal ist das wahnsinnig bitter und anstrengend, weil man stundenlang über den gleichen Formulierungen grübelt. Und ich noch zusätzlich das Problem habe, nicht selbst Teil der Zielgruppe zu sein und generell ein sehr merkwürdiges Leseverhalten habe. Von daher gehen mir manche Änderungen echt gegen den Strich, aber ich weiß auch: Meine Lektorin weiß es vermutlich besser – und will mir nichts Böses. Oft hilft da durchatmen und später wieder dransetzen.
Aber oft läuft es auch echt gut. Gerade, wenn ich merke: Hier hat sie verstanden, was ich sagen wollte! Und wenn wir beide die Geschichte gleichermaßen mögen und noch in den Kommentaren kleine Unterhaltungen darüber führen. Auch Scherze oder ein „Super!“ sind für mich sehr aufbauend und lockern so eine Lektorats-Atmosphäre immer auf.

… und die Verdammten

Wie gesagt: Meistens hat die Lektorin recht. Aber manchmal gibt es Stellen da merke ich: Wenn ich das jetzt ändere, ist das nicht mehr mein Buch/mein Text. Dann spreche ich mit meiner Lektorin darüber oder sage ihr, dass ich das nur ungerne ändern möchte. In der Regel findet man dann eine Lösung, mit der alle leben können – und hin und wieder kommt ein Änderungsvorschlag auch nur zustande, weil etwas falsch verstanden wurde aka weil es unklar ausgedrückt war. Das lässt sich schnell ändern.
Aber so, wie man nicht alle Menschen mögen kann, kann das auch mal bei einem Lektorat der Fall sein. Entweder passt es zwischen Autorin und Lektorin nicht, oder auch zwischen Lektorin und Text. Letzteres ist für mich besonders ärgerlich, weil sich das in den Änderungen niederschlägt. Im besten Fall bleibt so eine Zusammenarbeit natürlich trotzdem professionell und die Lektorin und Autorin machen einfach ihren Job weiter. Ich habe es aber auch schon anders erlebt und dann kann ist das Lektorat wirklich eine Qual.
Was da hilft? Mit dem Verlag sprechen. Ich habe eine feste Ansprechpartnerin, die immer ein offenes Ohr für mich hat und mich damals sehr unterstützt hat. Im Endeffekt habe ich nicht viel von den Änderungen umgesetzt und dabei immer wieder Rücksprache mit meiner Betreuerin und mit Freundinnen gehalten, um nicht selbst von meiner eher negativen Haltung beeinflusst zu werden.

Fazit

Ein Lektorat ist unglaublich wichtig und ich würde es niemals missen wollen, auch wenn es viele Nerven kostet. Mit der richtigen Lektorin, und der richtigen Einstellung bei sich selbst!, kann man viel aus dem eigenen Text herausholen.
In den meisten Fällen wird eine Lektorin auch recht haben, das ist quasi ihr Job 😉 Sie kennt sich mit der Zielgruppe aus und ist als Vermittlerin zwischen Autorin und Lesern_innen tätig. Also: Hört auf eure Lektoren!
Aber hört auch auf euer Bauchgefühl. Euer Name steht am Ende fett auf dem Buch drauf. Ihr müsst euch für den Inhalt „verantworten“ und das wird schwierig, wenn ihr mit ihm nicht zufrieden seid.

Drachendunkel – Eyrisha Summers

[Ich habe mein Exemplar im Zuge einer Leserunde auf Lovelybooks erhalten]
Inhalt:
Drachen kennt Ella nur aus Legenden längst vergangener Zeiten, in denen die Wiesen Illestias noch blühten und das Land fruchtbar war. Bis sie im Wald auf einen Fremden trifft, mit glühenden Augen und von Dunkelheit umhüllt. Razul gehört zum Clan der Weißdrachen und ist gekommen, um ein Opfer zu fordern – Ella. Nur wenn sie ihn auf sein Schloss begleitet, verspricht er, ihr Dorf von Hunger und Kälte zu erlösen. Ella ist fest entschlossen, ihre Familie und Freunde zu retten, und lässt sich auf den Handel ein. Doch sie ahnt nicht, wie unberechenbar die Bestie in Razuls Herzen wütet …

Was passiert …?

Eine schwierige Rezension. Je mehr Bücher ich veröffentliche, je mehr Meinungen ich ausgesetzt bin, desto schwerer fällt es mir, negative Rezensionen zu schreiben. Gerade zu Büchern, von denen ich mir viel erhofft habe. Aber von Anfang an.
„Drachendunkel“ gehört zu den drei Romantasy-Titeln, die vom Carlsen Verlag als „romantische Fantasy-Highlights deutscher Autorinnen“ angepriesen und sehr stark beworben wurden. Zugegeben, nachdem ich vier Tage lang auf Instagram nur noch Bilder dieser drei Cover gesehen habe, war ich schon etwas genervt, aber dann wurden die Leserunden gestartet und ich habe mein Glück versucht. Bei „Drachendunkel“ hat es funktioniert und vor allem der Anfang und der Aufhänger klangen wirklich vielversprechend. Die Schöne und das Biest, aber mit Drachen? Viel besser kann es eigentlich nicht werden, oder?

Die Figuren: Ella ist unsere Protagonistin. Am Anfang fand ich sie noch recht sympathisch, auch wenn sie eine typische Young-Adult-Heldin ist: Impulsiv und denkt nicht viel nach, bevor sie handelt, weil sie ja so mutig ist. Aber gut, das sorgte für einige spannende Situationen. Im Laufe des Buches verlor sie jedoch mehr und mehr an Substanz und war außerdem nicht konsistent. Beziehungsweise: Es wurden viele Dinge über sie behauptet, die erst DANACH auch gezeigt wurden. Das wirkte so, als hätte man beim Schreiben gemerkt, dass sie noch ein paar Charaktereigenschaften braucht, aber dann vergessen, dass man sie hätte vorher einführen sollen. Der Epilog war, was sie angeht, eine große Enttäuschung. Da war nichts mehr von der selbstbestimmten Frau übrig, die sich nichts sagen lässt.
Razul macht eine ähnlich negative Entwicklung durch. Am Anfang war er noch spannend und hat aktiv gehandelt, am Ende hat er eigentlich nichts mehr wirklich auf die Kette gekriegt.
Der Bösewicht war … vor allem böse. Und hat böse gelacht. Und böse Gedanken gehabt. Und war sowieso durch und durch böse und böser als alle anderen und … böse einfach. Zu 100%.
Über alle anderen Figuren kann ich tatsächlich kaum etwas sagen, denn sie waren quasi nicht existent und sind nur in Erscheinung getreten, wenn sie plotrelevant waren – obwohl sie eigentlich die ganze Zeit mit dabei waren. Eine Figur wurde sogar mitten im Buch einfach zurückgelassen und da frage ich mich dann: warum überhaupt?

Das Setting: An sich war das Setting gut und hatte einige spannende Details. Zumindest am Anfang (ja, das zieht sich etwas durch). Leider nahm auch das ab, je weiter sich die Figuren vom Anfangsort entfernt haben. Das Schloss von Razul und Ellas Heimatdorf waren wunderschön gestaltet, ich kann sie immer noch vor mir sehen. Alles was danach kommt … Ich glaube, da waren Berge. Und äh … Berge? Und eine sehr trockene Ebene.

Die Handlung: Ihr könnt es erraten. Am Anfang war die Handlung spannend und interessant zu lesen. Durch die ersten 100 Seiten bin ich quasi geflogen. Danach hat sich eigentlich alles nur noch wiederholt. Sie wurden angegriffen, Razul war nutzlos, Ella hat den Tag gerettet. Kurze Unterhaltung. Angriff. Razul war nutzlos, Ella hat den Tag gerettet. Dramatische Liebeserklärung.
Das Ende … na ja. Es war definitiv was anderes und hat auch an sich recht gut zu der Botschaft gepasst, die das Buch ausdrücken wollte: Nämlich, dass Liebe viel wirksamer und besser und heilsamer ist, als Hass und Rachsucht. Was ich unterstütze. Nur leider kam das bei mir nicht so rüber, wegen der vorangegangenen „Liebe auf den erste Blick“. Auch ist für mich Liebe, die auf einer magischen Verbindung beruht (und nur darauf, denn für alles andere kennen sie sich nicht lange genug) keine richtige Liebe. Außerdem hat das ganze Buch lang über eine Prophezeiung eine Rolle gespielt, die … dann … nie wieder erwähnt wurde. Beziehungsweise; ich bin nicht sicher, ob das Ende etwas mit der Prophezeiung zu tun hat.
Wie aus dem Nichts tauchte dann auch noch ein Überdrache auf, der das ganze Problem Deus ex machina mäßig gelöst hat. Da hätte man vorher wunderbar Vermutungen streuen können! Aber ein Plottwist, der null vorbereitet ist, ist für mich einfach kein Plottwist.

Der Schreibstil: Auch der hat mich am Anfang des Buches sehr beeindruckt. Ja, es waren ein paar Formulierungen, die ich etwas seltsam fand, aber das ist Geschmackssache. Es ließ sich sehr flüssig lesen, war bildhaft und im Großen und Ganzen mit schönen Worten unterlegt. Und dann … kam die 100 Seiten Hürde. Da waren Formulierungen, die ich einfach nicht mehr schön fand, die nicht ausgereift wirkten, die ich in der Rohfassung auch mal so schreibe und dann allerspätestens im Lektorat ändere. Ein Geräusch, dass so grauenvoll ist, dass es Schmerzen erzeugt, als „ekelhaft“ zu bezeichnen zum Beispiel. Oder eine Formulierung wie: Das ging ja mal gar nicht!
Ja. Diese Formulierung geht in einer hochsprachlichen, personalen Erzählperspektive bei High Fantasy auch mal gar nicht.
Ich hatte das Gefühl, und ich sage das nur äußerst ungerne, dass ab Seite 100 entweder kein Lektorat mehr stattgefunden hat oder Lektorat und Autorin nicht mehr genug Zeit/Lust gehabt haben.

Allgemeine Gedanken: „Drachendunkel“ gehört zu einer Reihe von drei Büchern, die als „Fantasy-Highlights deutscher Autorinnen“ im großen Stil vermarktet wurden. Im Prinzip ein super Konzept, dass ich zu 100% unterstütze. Die Aufmachungen aller drei Bücher sind toll, zumindest soweit ich das gesehen habe, ich besitze ja nur „Drachendunkel“.
Was ich allerdings extrem auffällig finde, ist, dass vor allem „Das Lied der Sonne“ in den kritischen Rezensionen exakt die gleichen kritischen Punkte hatte, wie ich sie bei „Drachendunkel“ gesehen habe: Qualität, die nach den ersten 100 Seiten abfällt, eine Handlung, die nicht das hält, was sie verspricht, und eine Liebesgeschichte, die absolut unglaubwürdig und viel zu schnell ist. Auch von „Ezlyn“ sehe ich zunehmend Rezensionen, die ähnliche Punkte ansprechen – wenngleich „Ezlyn“ noch ziemlich gut wegkommt.
Ich bin auf jeden Fall auf die zweite Rutsche Bücher gespannt, die im September rauskommt.

Zusammenfassung:

Cover: 5/5
Story: 1,5/5
Setting: 2/5
Figuren: 2/5
Liebesgeschichte: 1/5
Schreibstil: 2/5
Gesamt: 2/5

Macht – Die Getreuen und die Gefallenen – John Gwynne

Inhalt:
Wo sich die Verfemten Lande erstrecken, färbte Blut die Welt einst rot. Wo heute uralte Ruinen stehen, bezwangen Menschen Giganten. Wo einzig das Heulen der Woelven erklingt, brannte vor tausenden Jahren die Welt. Doch zu lange haben sich die Menschen in Sicherheit gewähnt. Nun weinen die Gigantensteine Blut, und in den Verfemten Landen regt sich erneut, was für immer verbannt sein sollte. Ein uralter Feind hat längst eine Allianz geschmiedet und wartet darauf, dass seine Stunde kommt. Und nur einer vermag es, ihn aufzuhalten, wenn die Schwarze Sonne die Welt betritt …

I did see that coming … Still loved it!

Mal ein paar Worte zu Plottwists, bevor ich hier mit der Rezension loslege. Ich liebe Plottwists, auch krasse, mit denen man nicht unbedingt rechnet. Aber ich finde es auch nicht schlimm, wenn Plottwists vorausgeahnt werden können. Oft sehe ich in Rezensionen: Fand ich doof, wusste vorher schon, was der Plottwist ist …
Ja und? Ich meine, das heißt eigentlich nur, dass das Buch einen sehr guten Job in Bezug auf Worldbuilding macht und dass der Autor/die Autorin es drauf hat, konsistent zu schreiben. Ohne hier spoilern zu wollen: Ich habe es mir fast gedacht. Was sich am Ende rauskristallisiert. Und ich habe es geliebt, weil ich jeden neuen Hinweis aufgesogen habe, weil ich den Umgang mit dem Plottwist super fand und die Fragen, die er aufwirft. Genauso freue ich mich übrigens immer darüber, recht zu haben, weil ich mir dann clever vorkomme 😉

Die Figuren: Eigentlich mochte sie alle. Die Sympathischen, die Unsympathischen, die Protagonisten, die Antagonisten, die irgendwo in der Mitte. Es gab keine Figur, die ich so richtig abgrundtief gehasst habe – was ich ein kleines bisschen schade finde. Andererseits ist es auch weniger frustrierend.

Das Setting: Recht solide, nichts weltbewegend Großartiges und nicht zu vergleichen mit Erikson, aber schön vorstellbar und spannend. Gwynne testet keine krassen Szenerien aus, das muss er aber auch nicht.

Die Handlung: Ebenfalls äußerst solide. Spannend, abwechslungsreich und hin und wieder emotional. Keine großen Liebesgeschichten, die eine Rolle spielen. Ich liebe die Tatsache, dass die Frage aufgeworfen wird, was genau eigentlich böse sein heißt. Ist der böse, der böses tut, im Glauben, ein gutes Ziel zu erreichen? Kann es überhaupt einen Bösen geben, wenn alle glauben, sie wären die Guten?

Der Schreibstil: Definitiv einer der größten Pluspunkte des Buches! Der Schreibstil ist angenehm, man fliegt geradezu durch die eher kurzen Kapitel und ich habe die letzten 120 Seiten in einem Rutsch gelesen. Das finde ich mit Fantasy oft schwierig, aber Gwynne schreibt wirklich toll. Was mich allerdings massiv gestört hat, waren die Zeitsprünge – auch innerhalb von Kapiteln. An sich habe ich nichts gegen Zeitsprünge, aber es waren sehr viele und oft fehlte dann eine kurze zeitliche Einordnung, was die Erzählung zum Teil verwirrend gemacht hat.

Zusammenfassung:

Cover: 4/5
Story: 3,5/5
Setting: 3/5
Figuren: 3,5/5
Schreibstil: 3/5 (Abzug für Zeitsprünge)
Insgesamt: 3,5/5

« Ältere Beiträge

© 2020 Tintendrache

Theme von Anders NorénHoch ↑