Ein Blog über Bücher und Schreiben

Monat: September 2019

SAMe Love – Nadine Roth

Inhalt: Die siebzehnjährige Sam will nur eins in ihrem Leben: glücklich sein. Doch wenn sie in den Armen ihres Freundes Robin liegt, ist sie ganz und gar nicht glücklich. Es fühlt sich falsch an. Unvollständig. Erst als die neue Schülerin Romy wie ein Wirbelwind nicht nur ins Klassenzimmer, sondern auch in Sams Leben platzt, sind da mit einem Mal die Gefühle, die sie sich bei Robin so sehnlich gewünscht hat. Die sich richtig anfühlen und vor denen Sam sich dennoch fürchtet. Es kann doch nicht sein, dass sie sich ausgerechnet in eine Frau verliebt! Oder doch? Und selbst wenn – hat diese Liebe überhaupt eine Chance in einer Welt voller Intoleranz, Vorurteilen und Tabus? Eine Geschichte über ein Coming-out und die ganz große Liebe.

Jede Repräsentation ist gut. Oder?

Auf das Buch wurde ich während der LBM 2019 aufmerksam gemacht. Eine lesbische Liebesgeschichte in Richtung New Adult Genre? Das klang potenziell interessant für mich!
Und zuerst war ich auch ziemlich angetan. Kleine Vorabinfo: Das Buch ist nicht durch und durch schlecht. Ich finde es immer noch gut, dass Bücher mit LGBTQ+ Inhalt auf dem Markt ankommen, gemocht werden, geschrieben werden. Trotzdem ist meine Leseempfehlung für dieses Buch nur sehr eingeschränkt vorhanden. Es sollte sozusagen mit Vorsicht genossen werden.

Die Charaktere: Romy hat mir ziemlich gut gefallen. Ich konnte mich gut in sie reinfühlen, obwohl sie kein erzählender Charakter war, und sie war mir sympathisch.
Sam … Sam hat mir im ersten Drittel häufig direkt aus der Seele gesprochen, was der Grund für meine anfängliche Begeisterung war. Je länger ich jedoch gelesen habe, desto weniger habe ich sie verstanden. Ich konnte ihre Gedankengänge nicht gut nachvollziehen und ihre Schlussfolgerungen haben den Eindruck erweckt, als wäre sie kein ganz helles Köpfchen.

Die Lovestory: Wie sie sich entwickelt hat, fand ich relativ gut. Schön langsam, damit Sam auch Zeit hatte, sich in ihrer Sexualität neu zu finden. Etwas schwierig fand ich die intimen Szenen, weil Sam, die vorher ein schwieriges Verhältnis zu Sex hatte, sofort Feuer und Flamme war und alles mitgemacht hat. Äh … Nein. So funktioniert das nicht.
Allerdings kommen wir hier auch zu einem der größeren Knackpunkte der Geschichte …

Das Coming-Out und Queerness im Buch: Das erzwungene Coming-Out war extrem unrealistisch, unpassend und übertrieben. Ich war auf einer katholischen Mädchenschule mit NONNEN und da hat es niemanden wirklich interessiert, ob da zwei Mädchen Händchen gehalten haben. Ja, es gibt viele Vorurteile. Ja, schwere Coming-Outs gibt es. Aber eine ganze Schule als homophob darzustellen, aufgehetzt von einem einzigen Mädchen, ist einfach nicht zeitgemäß meiner Meinung nach – und mit der Meinung stehe ich in der Community nicht alleine da.
WrongTurn … Ich musste prusten, als die Band vorkam. Mir war absolut klar, auf was das anspielen soll und ich verabscheue das Shippen realer Personen. Und der superberühmte, professionelle Sänger verliert dann total die Fassung mitten auf der Bühne, weil sich zwei Mädchen küssen und ein „Love is Love“-Schild hochhalten? Beestiiimmt. Nicht. (Fun Fact: Von der Bühne aus sieht man im Zuschauerraum so gut wie nichts.)

Der Schreibstil: Der war soweit okay, aber man hat leider gemerkt, dass die Autorin definitiv nicht mehr 17 ist und sich auch lange nicht mehr mit 17-Jährigen Mädels unterhalten hat. Ich finde das Wort „antörnen“ ist sowieso schon eines der unsexiesten Wörter, die es gibt. Und ich bezweifle, dass Teenager das noch benutzen. Außerdem ….. Wortfelder aus dem Autobereich in intimen Szenen sind halt auch irgendwie … unsexy.

Spoiler: Robin: Nochmal, hier kommt jetzt ein Spoiler!
Robin ist Sams Freund zu Beginn des Buches, zwischendurch Ex-Freund und am Ende … Am Ende ist er ein mieses, homophobes (echt, jeder in diesem Buch ist homophob, bis auf Romys Familie), vergewaltigendes Schwein. Und er fängt als netter Kerl von nebenan an, das sollte man noch dazu sagen. Ganz zu schweigen davon, dass ich es höchst fragwürdig finde, in einer süßen Liebesgeschichte mehr oder weniger explizit Vergewaltigung und Nötigung zu BESCHREIBEN, war die Charakter-Entwicklung einfach absolut unglaubwürdig.
Oh. Und eine Trigger-Warnung gab es übrigens auch nicht. Da ich auch Band 2 gelesen habe, kann ich darüber hinaus noch sagen: Damit wird nicht adäquat umgegangen. Absolut nicht.

Zusammenfassung:

Cover: * * *
Story: * *
Figuren: * * *
Repräsentation: * *
Schreibstil: * *
Insgesamt: * * –

Engelsschatten 1 – Gejagte des Himmels

Klappentext: **Die Jagd der Engel beginnt**
Das himmlische Dasein als Engel könnte für die temperamentvolle Außenseiterin Maggie nicht unerträglicher sein. Die strengen Regeln treiben sie immer wieder aufs Neue an ihre Grenzen. Doch niemals hätte sie damit gerechnet, dass sie für ihre Aufmüpfigkeit die schlimmste Bestrafung für einen Engel erwartet: Sie soll fallen! Voller Entsetzen flieht sie auf die Erde – und landet ausgerechnet in den Armen eines teuflisch charismatischen Dämons…  

Lang lang ist’s her

Nein, nicht die Veröffentlichung 😉 Die erste Idee zu Engelsschatten und das Schreiben.
Mit 13 lag ich auf meinem Bett, habe Subway to Sally gehört und auf einem Collegeblock die Idee für eine Story mit einem Mädchen, das ein Engel ist, und einem Kerl, der ein Dämon ist und es passieren Dinge aufgeschrieben. Es waren glaube ich vier Seiten. Maggie hieß damals noch Lucinda und Eresz … glaube ich sogar schon Eresz, aber ich besitze die Seiten nicht mehr 😉 Zum Glück. Für mich. Und alle anderen, die sie aus Versehen lesen könnten.
Im November 2016 habe ich dann das erste mal beim NaNoWriMo mitgemacht, und ich wollte dieses Projekt schreiben. Ich hatte einen Plot und die feste Absicht: Das wird dein erstes beendetes Projekt!
Den NaNo habe ich damals nicht geschafft, aber im März 2017 habe ich dann das Projekt beendet.

Messe-Geplauder

Sprung zur LBM 2019. Gespräch zwischen meiner Lektorin und mir.
Sie: Hattest du da nicht noch was mit Engeln und Dämonen …?
Ich: Öh … Ja, klar. Also, das ist so … […]
Sie: Klingt super! Schick mir mal Exposé und Leseprobe, sobald du zu Hause bist.
Hat sie bekommen und ich habe gewartet. Ich hasse Warten übrigens, also habe ich mir irgendwie den falschen Beruf ausgesucht glaube ich.
Wollt ihr raten, wann ich das Okay bekam? Riiichtig, in den Osterferien! Immerhin hatten da sowohl ich, als auch meine Mutter (Testleserin!) Zeit, das ganze Projekt nochmal durchzulesen. Und dann ging es auch direkt an die Lektorin, die ich für dieses Projekt neu bekommen hatte.

Fun Fact: Engelsschatten 1 und 2 waren eigentlich mal ein Band …

…und mir fiel es am Anfang ganz schön schwer, mich mit dem Gedanken einer Teilung des Buches anzufreunden. Es hatte den Vorteil, dass mehr Zeit blieb, um das Lektorat zu machen und … für andere Dinge, über die ich vielleicht bald berichten darf 😉
Das bringt mich aber zu einem weiteren Thema: Manchmal, sogar ziemlich häufig, muss man Kompromisse eingehen. Das fällt schwer, weil einem seine eigenen Werke natürlich wahnsinnig am Herzen liegen. Aber so ein Verlag hat ein großes Interesse daran, Bücher so auf den Markt zu bringen, dass sie sich bestmöglich verkaufen.
Deswegen: Versucht, eurem Verlag da zu vertrauen. Die Chance ist hoch, dass Verlagsleute viel mehr im Bilde darüber sind, was gerade aktuell ist, was gut im Programm läuft und wie es gut läuft.
Aber natürlich nur, solange ihr euch damit wohlfühlt!
Deswegen: Kommunikation ist wichtig. Nur, wenn ihr euch mitteilt und Probleme ansprecht, kann man euch helfen. Das habe ich besonders bei diesem Projekt gemerkt, denn da lief eine ganze Menge nicht glatt (und das waren nicht nur Probleme mit dem Verlag ;)).
Deswegen: Seid bereit, Kompromisse einzugehen – aber auch, für euch und euer Buch zu kämpfen! Es ist eure Geschichte, euer Werk und wenn ihr einen Verlag von euch überzeugt habt, dann wollen sie ja mit euch zusammenarbeiten. Und beide Seiten haben das gleiche Ziel: Das beste aus einem Buch herauszuholen.

Ein Link für dich! Und einen für dich! Und für dich da hinten!

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Alba – Zwischen den Welten – Carina Schnell

[Das eBook wurde mir von der Autorin gestellt, da ich Sensitivity Readerin für Band 2 bin, das Taschenbuch habe ich mir selbst gekauft]

Inhalt:
Die kanadische Journalistin Catriona Keith reist nach Schottland, um vor Ort über die politischen Unruhen im Land zu berichten. Auf ihrem Ausflug durch die Highlands begegnet sie im Pub einem mysteriösen Fremden, zu dem sie sich sofort hingezogen fühlt. Als sie kurz darauf angegriffen und gejagt wird, fällt sie auf ihrer panischen Flucht durch einen Tümpel und findet sich plötzlich in Alba, dem Reich der Feen, wieder.
Schnell wird klar, dass der gutaussehende Fremde aus dem Pub ein Feenkrieger namens Carrick ist, der zu einem einzigen Zweck ausgebildet wurde: Seherinnen wie Catriona, die Feen sehen und in ihre Welt reisen können, zu töten. Doch als eine Bedrohung heraufzieht, die sowohl das Ende Albas als auch der Menschenwelt bedeuten könnte, müssen die beiden sich zusammentun, um die uralte Fehde zwischen Menschen und Feen beizulegen und ihre beiden Völker zu retten.

Team Nairn! Team Schottland! Wuhu!

Kaum hatte ich das Cover und den Klappentext auf Instagram gesehen, wusste ich: Das Buch muss ich haben! Carina hatte mir dann direkt verraten, dass man es schon vorbestellen kann und das habe ich natürlich sofort gemacht … 😉

Die Charaktere: Im Großen und Ganzen habe mir die Figuren sehr gut gefallen. Besonders Nairn hat es mir angetan! Aber auch Carrick und Cate mochte ich, sie als Pärchen empfand ich als unaufgeregt und natürlich. Ab und zu reagierte mir Cate aber etwas zu heftig. Auch ihre Erwartungshaltung, dass Carrick den ersten Schritt macht, empfand ich etwas anstrengend und altmodisch.

Das Setting: Nach der Lektüre hatte ich definitiv Lust nach Schottland zu reisen, also dafür definitiv ein Pluspunkt! Die Beschreibung der Feenwelt fand ich ganz schön, aber noch etwas vage.

Der Schreibstil: Dieser Punkt war für mich der überzeugendste des ganzen Buches. Der Schreibstil war nicht zu ausufernd, aber mit genug Details, um in die Szene eintauchen zu können. Der Stil ist so flüssig, dass ich richtig durch die Seiten geflogen bin und nach 3 Stunden mit dem Buch durch war.

Zusammenfassung:

Cover: * * * *
Story: * * *
Setting: * * *
Figuren: * * *
Schreibstil: * * * * *
Insgesamt: * * *

The Priory of the Orange Tree – Samantha Shannon

Das ist aber ein ganz schön großes Buch!

Fremder Mann in der Bahn, sehr beeindruckt

Inhalt: The House of Berethnet has ruled Inys for a thousand years. Still unwed, Queen Sabran the Ninth must conceive a daughter to protect her realm from destruction–but assassins are getting closer to her door.
Ead Duryan is an outsider at court. Though she has risen to the position of lady-in-waiting, she is loyal to a hidden society of mages. Ead keeps a watchful eye on Sabran, secretly protecting her with forbidden magic.
Across the dark sea, Tané has trained all her life to be a dragonrider, but is forced to make a choice that could see her life unravel.
Meanwhile, the divided East and West refuse to parley, and forces of chaos are rising from their sleep. (deutsche Übersetzung noch ausstehend)

High Fantasy, LGBTQ, Drachen – was will ich mehr?

Fangen wir mit dem Cover an. Das Cover ist ein Traum und ich hoffe sehr, dass sie es in der deutschen Fassung übernehmen. Obwohl es ziemlich knallig ist, deswegen bezweifle ich es irgendwie … Aber es ist haptisch! Und es glänzt!

Um aber auf den fremden Mann in der Bahn zurückzukommen: Das Buch ist ein Monster und wiegt auch ungefähr so viel wie eines. Also eher nichts zum Rumtragen, deswegen habe ich es auch auf der Heizung im Urlaub gelesen – oder verschlungen, um mal bei Monstern zu bleiben.

Die Charaktere: Sie sind alle ziemlich einzigartig. Manche mochte ich sofort (zum Beispiel Ead und Tané), andere (hallo Niclays) fand ich erstmal richtig doof. Aber ich habe auch gemerkt, dass das Absicht war, also war ich sehr gespannt, was hinter seiner Fassade steckt. Als es aufgedeckt wurde, konnte ich gar nicht anders, als ihn doch ein bisschen zu mögen. Auch wenn niemand Ead vom Thron meiner Lieblingsfigur stoßen wird! Sie ist so toll *seufz*

Das Worldbuilding: Ich bin ein Fan von Worldbuilding. Auch kompliziertes Worldbuilding. Auch sehr kompliziertes Worldbuilding. Aber dieses hat sogar mich an meine Grenzen gebracht. Das Magiesystem hat mir zum Beispiel Schwierigkeiten bereitet und ich hatte ein wenig Mühe, mich in der Welt zurecht zu finden.

Der Schreibstil: Auf Englisch habe ich nicht so viele Vergleichsmöglichkeiten, weil ich erst seit etwa sechs Jahren vermehrt auf Englisch lese. Meiner Meinung nach lies sich das Buch aber sehr gut lesen, der Stil war sehr malerisch und poetisch. Muss man mögen, mir hat es gut gefallen!

Der LBTQ+ Aspekt: Das war tatsächlich einer der Gründe, warum ich mir das Buch unbedingt kaufen wollte. Es war bei Amazon in der Kategorie „Lesbische Romane“ gelistet – und dann noch High Fantasy und Drachen! Und bei einem großen Verlag erschienen. Das hat mich wie elektrisiert. Über die Relevanz von Repräsentation will ich aber ein andermal sprechen. In The Priory of the Orange Tree ist eine große Menge Repräsentation zu finden. Dabei wurde das ganz natürlich umgesetzt und, wie ich fand, sehr stimmungsvoll.

Zusammenfassung

Cover: * * * * *
Story: * * * *
Worldbuilding: * * *
Figuren: * * * *
Stil: * * * *
Insgesamt: * * * *

Feenwelt 2 – Eine Krone aus Perlen und Asche

Klappentext: **Lass dich vom magischen Sog der Feenwelt erfassen**
Für die junge Wasserfee Gelya gibt es nichts Schöneres, als die fernen Meere von Adalien zu bereisen – das Rauschen der Wellen und das Pfeifen des Windes immer um sie herum. Doch als ihr ehemaliger Weggefährte Gardorath von einer mysteriösen Krankheit befallen wird, lässt sie nichts unversucht, in ihre alte Heimat zurückzukehren. Aber es scheint fast zu spät: Uralte Mächte wissen von der Schwäche ihres Freundes und setzen alles daran, ihn zu vernichten. Wild entschlossen, Gardorath vor der nahenden Katastrophe zu bewahren, macht sich Gelya auf die Suche nach einem Heilmittel. Begleitet wird sie dabei von dem geheimnisvollen Yldur, der für sie ein einziges Rätsel ist und doch seltsame Gefühle in ihr weckt…

Der Funken der Inspiration

„Gelya ist ja schon ziemlich cool. Ich würde gerne mehr über sie erfahren!“
Und dieser, nicht wortgetreue, Kommentar meiner Lektorin war die Geburt des zweiten Bandes in der Feenwelt. Denn auch ich wollte mehr über Gelya erfahren. Ich wollte wissen, was hinter dieser toughen, jungen Wasserfee steckt, wie sie in Zukunft mit dem umgehen wird, was ihr zugestoßen ist. Das war eine ganze Menge, es war Traumatisches.
Aber vor allem wollte ich Adalien noch nicht allein lassen. Schließlich … irgendwie geht es ja in den Welten weiter, die wir erschaffen, nachdem wir sie verlassen haben.
Also habe ich genau das getan: Die Geschichte weitererzählt, nur mit den Augen Gelyas, während Andira und Gardorath zu erlebenden Randfiguren werden.

Die Krux der Fortsetzung

Zwei Wochen, bevor der erste Band raus kam, erhielt ich das offizielle „Go“ des Verlags. Da hatte ich schon etwa 10.000 Wörter geschrieben und mich sofort an den Schreibtisch gesetzt – denn um meine Deadline zu erreichen, musste ich 1.700 Wörter pro Tag schreiben. Neben der Uni, neben meinem Nebenjob, neben Klavier- und Geigenunterricht. Gleichzeitig musste ich mich um den Start der Reihe kümmern, musste Blogger organisieren, auf Social Media aktiv werden – und Moderatorin im Schreibnacht-Forum bin ich ja auch noch 😉
Während ich also an Band 2 schrieb, trudelten die ersten Rezensionen zu Band 1. Alle im Großen und Ganzen positiv, nicht frei von Kritik, aber das ist natürlich klar. Ich glaube nicht an das perfekte Buch.
Trotz der durchweg eher positiven Meinungen, kamen die Selbstzweifel. Denn die Kritik setzte genau da an, wo meine große Angst lag: Das Tempo der Geschichte.
Ich liebe langsam erzählte Geschichten, mit viel, viel Exposition, viel Worldbuilding, es muss nicht immer voller Action sein. Damit … stehe ich relativ alleine da. Meine Vorliebe beim Lesen von Geschichten spiegelt sich auch im Schreiben wider – und ich wusste schon, dass Band 2 noch langsamer war (und übrigens auch länger …).
Außerdem – war es überhaupt möglich, noch zu begeistern, wenn Band 1 viele gefiel? War es möglich, den Erwartungen gerecht zu werden? War es die richtige Entscheidung, zu versuchen, einen draufzusetzen?
Die Antworten kenne ich übrigens bis heute nicht.
Ich weiß nur, dass ich Band 2 sehr, sehr gerne mag. Den Rest müssen vielleicht andere entscheiden.

Themen

  1. Über Band 1 sagte jemand, dass ich besser den Unsinn von Rassismus und Vorurteilen zeige, besser darstelle, warum das ziemlicher Mist ist, als so mancher Gesetzestext (ist übrigens meine Lieblingsrezension ;)).
    Auch mit Band 2 wollte ich, wenn auch vielleicht etwas weniger deutlich als in Band 1, zeigen: Wir müssen uns jeden Tag aufs Neue bemühen, uns nicht von Vorurteilen beeinflussen zu lassen. Und egal, wie sehr wir von uns glauben, frei von ihnen zu sein – wir dürfen nicht aufhören, uns selber dahingegend zu überprüfen.
  2. Hinterfragt! Glaubt nicht einfach der ersten Meinung, die euch über den Weg läuft. Nur, weil ihr jemanden sehr gern habt, heißt das nicht, dass dieser Jemand unfehlbar ist. Nur weil viele von etwas überzeugt sind, heißt das nicht, dass es keine andere Meinung gibt. Nur weil jemand laut schreit, heißt das nicht, dass er recht hat.
  3. Nach den Katastrophen in Band 1 leiden viele Feen immer noch unter den Nachwirkungen. Sie können ihre Flügel nicht mehr benutzen, weil sie verbrannt oder durch das Eis abgestorben sind. Manche tragen Narben von Feuer und Eis auf ihren Körpern. Beides macht sie in der Welt der Feen zu Entstellten. Zu anderen. Und in einer Welt, in der sich jeder auf seine Flügel verlässt, ist ihr Verlust wie für uns Menschen in einem Rollstuhl zu sitzen. Es gibt Möglichkeiten, sein Leben weiterzuleben, glücklich zu sein! Aber es macht vieles schwieriger, weil die meisten gar nicht darüber nachdenken, was für ein Privileg es ist, sich frei fortzubewegen.
    Beim Schreiben hat mich das häufiger vor Schwierigkeiten gestellt, weil mir zwischendurch entfallen war, dass manche Figuren eben nicht fliegen können!
  4. Viele Feen, einschließlich Gelya, leiden noch unter den psychischen Nachwirkungen, unter den Traumata der katastrophalen Jahre. Ich habe die Hoffnung, dass das Buch zeigt, dass es trotzdem weitergeht und nicht alles auf der Welt schlecht ist, nur weil sie im Moment grau und voller Schatten ist.

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Feenwelt 1 – Ein Königreich aus Feuer und Eis

Klappentext:
**Tauch ein in die magische Welt der Feen!**
Gegensätzlicher könnten die Wasser- und Feuerfeen von Adalien gar nicht sein: Wo die Wasserfeen die Kälte eines eisigen Winters lieben, bevorzugen die Feuerfeen die flimmernde Hitze des Sommers. Doch nur vereint können sie laut einer uralten Prophezeiung das Land vor dem Untergang bewahren. Für Andira, Prinzessin der Wasserfeen, ist diese nur ein Ammenmärchen, bis sie von ihren Eltern erfährt, dass sie wahrhaftig Teil dieser Prophezeiung ist. Zusammen mit Gardorath, dem Erben der Feuerfeen, soll sie das mächtigste Artefakt der Welt finden, um mit diesem das tödliche Schicksal der Feen zu verhindern. Nur widerwillig macht sich Andira mit ihrem Reisegefährten auf den Weg, entdeckt aber bald, dass ihre Gegensätzlichkeit nicht nur schlechte Seiten hat…

Facebook-Challenge

Es war einmal eine unveröffentlichte Autorin, die in einer Facebook-Gruppe herumwuselte … Nein, es ist kein Zufall, dass ich den klassischen Märchen-Anfang gewählt habe 😉 Denn immer noch fühlt sich mein Weg zum ersten Buch genauso an. Wie ein Märchen. Aber von vorne.
Alles begann mit einer Ausschreibung von Impress in einer Facebook-Gruppe. Verlangt wurden die ersten 5.000 Wörter einer neuen Geschichte und ein 300 Wörter Exposé. Man sollte aus ich glaube fünf verschiedenen Storyinhalten einen auswählen. Die Vorgaben empfand ich als relativ offen und entschied mich für: Zwei Charaktere haben gegensätzliche Kräfte (na, welche das wohl sind).
Ich begann mit einer Idee, von der ich nicht wirklich überzeugt war. Mitten in der Nacht hatte ich dann jedoch eine andere … Und am Abend des nächsten Tages waren die 5.000 Wörter geschafft und ich reichte Exposé plus Leseprobe ein. Ohne große Hoffnung, denn es hatten sich um die 100 Leute beworben!
Sechs Wochen später war ich in den Osterferien mit meiner Familie, als mein Handy sein Facebook-Messenger Geräusch machte. Beim Lesen der Nachricht wurden meine Augen immer größer. Es war eine Verlagsmitarbeiterin. Und sie hatten großes Interesse an meinem Manuskript.

Bis zum Buch

Tja. Ich war geschockt. So sehr, dass ich meiner Mutter mein Handy geben musste, damit sie mir bestätigt, dass ich richtig gelesen habe. Ich habe mich dann sofort in die Arbeit gestürzt, denn sie wollten die nächsten 50 Seiten lesen, um endgültig zu entscheiden. Ich war so unglaublich unsicher. Hatte Angst, meine Chance kaputt zu machen. Etwas falsch zu machen.
Kaum hatte ich die 50 Seiten abgeschickt, war ich für eine Woche das reinste Nervenbündel.
Als die Mail kam, saß ich in der Mensa meiner Uni. Erneut hätte ich einem Geist Konkurrenz machen können, so blass bin ich vermutlich geworden.
Sie. Wollten. Mich. Als. Autorin.
Und ich konnte noch nicht einmal kreischen! Das haben dann Freunde für mich übernommen, die an weniger öffentlichen Orten waren 😉
Danach fing der Stress erst richtig an. Telefonat mit meiner Betreuerin und Lektorin, Buch zu Ende schreiben, Vertrag, Lektorat, Cover, Marketing Aktion planen – und dann war der 1. November da.
Mein Buch wurde veröffentlicht.
Ich war Autorin.
Ich bin Autorin.

Was danach geschah

  1. Mein Debüt ist ziemlich durch die Decke gegangen. Es hatte super Ränge bei Amazon, alle Erwartungen wurden übertroffen – und ich konnte es nicht fassen. Und den Leuten gefiel sogar, was sie lasen!
    Springen wir in den Dezember. Ich spiele ab und zu im Orchester meines Vaters mit, bei den Geigen. Gerade war Musikschul-Konzert, ich habe also nicht die ganze Zeit gespielt und war hinter der Bühne. Der Empfang war schlecht und ich lief gerade die Treppe rauf. Mein Handy leuchtete blau auf – eine Mail mit dem Titel: Ein kleines Weihnachtsgeschenk
    Kurzer Einschub: Impress ist ein eBook only bzw. eBook first Label. Das heißt, Bücher werden erst einmal als eBook geplant. Laufen sie gut, kommen sie auch als Taschenbuch raus. Laufen sie richtig gut, nimmt Carlsen sie ins Hauptprogramm. Einschub Ende 😉
    Impress wollte mein Buch als Taschenbuch herausbringen, pünktlich zur Buchmesse.
  2. Sprung zur Buchmesse: Meine erste Buchmesse als veröffentlichte Autorin! Das Cover meines Buches (übrigens von der wunderbaren Anna Fuchsia designed) an der Impress-Wand! Und … eine Signierstunde. Wow!
  3. Und wieder sitze ich im Urlaub. Ich sollte häufiger in den Urlaub fahren, da scheinen tolle Sachen zu passieren. Es war relativ früh, ich saß im Stuhl mit einem Buch in der Hand, einen café neben mir. Whatsapp: Hast du das gesehen?!
    Habe ich was gesehen? … Mein Buch steht auf der Longlist des Deutschen Phantastikpreises in der Kategorie Bestes Deutschsprachiges Romandebüt?! Was zum …? Ich würde gerne sagen, dass ich cool geblieben bin. Die Wahrheit ist, ich habe fast angefangen zu heulen 😉
    Mittlerweile habe ich es sogar auf die Shortlist geschafft. Wow! Drückt mir die Daumen, vielleicht wird das Unmögliche wahr und ich … Nein, besser nicht laut aussprechen. Wünsche und in Erfüllung gehen und so 😉

Nützliche Links und sowas

Hier findet ihr das Buch auf Amazon.
Hier und hier auf Thalia.
Und in allen anderen Shops und Buchhandlungen einfach suchen bzw. nachfragen 😉

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