Ein Blog über Bücher und Schreiben

Monat: Oktober 2019

Messe-Rückblick

Der Eingang zur Kammer des Schreck … äh, zur Frankfurter Buchmesse

Die Messe ist vorbei, die meisten sind schon längst mit ihren Rückblicken durch, Tintendrache ist erst jetzt dabei, weil … Gründe 😉
Im Gesamten war die Messe sehr schön, sehr erfolgreich, aber auch sehr anstrengend. Vor allem letzteres wird jedes Jahr schlimmer habe ich das Gefühl. Aber dazu gleich im Bericht der einzelnen Tage mehr …

17. Oktober

Fachbesucher-Tag. Die Einlasskontrollen gehen schnell, die Gänge sind noch überschaubar leer – aber trotzdem prasseln bereits die ersten Eindrücke auf einen ein. Messe heißt nämlich auch: Durch die Gegend rennen und Leute suchen, die wiederum selbst durch die Gegend rennen und Leute suchen und dann mitten im Kreuzgang ein vertrautes Gesicht zu sehen. Laute Begrüßungen, Umarmungen, ein hektisches Gespräch – weiter.
Nach etwa anderthalb Stunden müssen wir die erste Pause einlegen, was aber vor allem daran liegt, dass wir faul sind … Äh, ich meine natürlich, dass das alles so anstrengend ist!
Dann finden wir endlich die, die wir schon seit dem Morgen suchen. Der Messe-Donnerstag ist aber alles in allem relativ unspektakulär, weil man sich erst einmal orientiert und ankommen möchte.

18. Oktober

Der Freitag hielt schon das erste Highlight für mich bereit. Aber der Reihe nach. Denn erst einmal zieht es mich zum Romance Talk bei Knaur, da dort auch Katharina Mittmann dabei ist. Für ihr Buch „Campus Love“ durfte ich Testleserin sein, daher durfte ich das nicht verpassen. Und ich sage euch: Es war mega! Super gut besucht und die Signierschlange war ewig lang. Natürlich habe ich mich mit dazu gestellt – und ja, eine Unterschrift bekommen 😉

Hier wird fleißig signiert

Dann war es aber auch nahezu schon so weit: meine Signierstunde!
Am Stand wurde nur Engelsschatten – Gejagte des Himmels verkauft, aber ich habe mich sehr gefreut, dass einige auch meine „alten“ Bücher dabei hatten! Kleiner Tipp: Ich signiere alles, was man mir unter die Nase hält 😉
Und auch meine Signierstunde war gut besucht, was mich sehr gefreut hat. Sogar auf der Carlsen-Seite ist jetzt ein Bild von mir zu finden 😉

19. Oktober

Die Massen kommen …. Und wie sie kamen! Das fing schon damit an, dass die Einlasskontrollen um 9 Uhr bereits halb überlastet waren. Für mich ging es aber erst einmal zum Impress-Dark-Diamonds-Brunch mit Autoren und Bloggern. Da gibt es immer leckeren, heißen Kakao mit Toppings und Croissants und ähnliches 😉
Danach habe ich angefangen, mich durch die Messe zu schieben … Der Horror. Einmal durch Halle 3 durch und ich bin nach draußen geflüchtet, wo es leider schon ziemlich kalt war. Aber egal. Bis zum Schreibnacht-Treffen habe ich ausgehalten, sogar das Bookstagram-Treffen habe ich noch mitgenommen, dann zog es mich wieder in die Halle zurück. Zum Knaur-Stand, um ein paar freundliche Gesichter zu sehen. Da habe ich mich dann mehrere Stunden auskuriert … Man munkelt, es gab sogar Schokolade, Sekt und Snacks …
Abends ging es dann noch zu einem Abendessen, wo ich einige nette Leute kennengelernt habe.

20. Oktober

Und zack, da war die Messe auch schon fast wieder vorbei. Aber erst einmal hatte ich noch meinen Termin mit meiner Lektorin von Impress. Und ich sage euch: Der hat sich definitiv gelohnt 😉 Bald kann ich euch sicherlich mehr dazu erzählen.
Danach habe ich mich nur noch ein bisschen rumgeschlichen, meinen obligatorischen Messe-Crêpe gegessen und bin dann noch mit einer Bloggerin, die ich bei dem Abendessen kennengelernt habe, einen Kaffee trinken gegangen. Ja, so schön kann netzwerken manchmal sein!
Abends war ich dann gegen zehn Uhr zu Hause und bin todmüde ins Bett gefallen. Den ganzen Input musste ich erst einmal verarbeiten – und eigentlich bin ich immer noch dabei.

Messe ist: Sich vorher ein Loch in den Bauch freuen, währenddessen alles hassen, sich danach auf die nächste Messe freuen!

Verlagsautor*in – Mythos und Wahrheit

Vertrag von „Ein Königreich aus Feuer und Eis“

Der Verlag als Ponyhof

Zumindest scheinen einige Leute zu glauben, dass das Realität aus Verlagsautor*in ist 😉 Und ich will auch gar nicht sagen, dass ein Verlagsvertrag die Dinge nicht einfacher macht – vor allem im Vergleich zum Selfpublishing. Aber eine riesen große Fete ist es eben auch nicht. In letzter Zeit bekomme ich aber immer häufiger auf Social-Media mit, dass es eine Menge Mythen, Gerüchte und Vorurteile gibt, die mit Verlagen zu tun haben. Manche davon positiv, manche davon negativ. Ein paar gucke ich mir heute mal genauer an.
Eine Warnung: Dieser Artikel nimmt sich selbst nicht allzu ernst, also tut das bitte auch nicht 😉 Ich habe Selfpublishing nie ausprobiert (und werde ich auch vermutlich nicht, dafür habe ich davor viel zu großen Respekt), aber ob als SPler oder Verlagsautor*in: Beides ist gleichwertig in meinen Augen. Beides hat Vor- und Nachteile. Jeder sollte das machen, mit dem er oder sie sich am wohlsten fühlt!
Außerdem: Ich bin ohne Frage mehr als dankbar für meinen Verlagsvertrag. Dass das für viele ein unerfüllter Traum ist, weiß ich. Aber es geht mir auf den Keks, dass einige meinen, ich dürfte mich dann ja nicht beschweren. Doch. Tue ich. Darf ich. Mach ich.
In diesem Sinne:

5 Mythen über Verlagsautoren*innen

Mythos Nummer 1: Man verdient total viel Geld.
Wahrheit: Wenn das so wäre, glaubt ihr echt, ich würde noch in Deutschland rumsitzen und mir die Füße abfrieren? Okay, mal im Ernst. Die harten Fakten: Ich nicht mal eine 50% Beteiligung am Gewinn 😉 Natürlich entstehen mir auch keine Kosten, wie beim Selfpublishing, aber dafür behält der Verlag den Löwenanteil ein.

Mythos Nummer 2: Der Verlag regelt alles.
Wahrheit: Äh … schön wär’s. Ja, der Verlag kümmert sich um Lektorat, Korrektorat, Cover und Buchsatz. Den größten Teil der Werbung mache ich aber selbst, Social Media Aktionen denke ich mir selbst aus, Blogger schreibe ich selbst an – und …

Mythos Nummer 3: Verlagsautor*innen geben kein Geld für Merch aus! Das macht der Verlag!
Wahrheit: Kein Witz, habe ich letztens so gehört. Ich musste lachen. Laut. Dann habe ich meinen Kontoauszug gesehen und ein bisschen geweint. Und mir dann den Zeh an meiner Kiste mit Postkarten gestoßen, die ich von meinem eigenen Geld gekauft habe.

Vertrag von „Eine Krone aus Perlen und Asche“

Mythos Nummer 4: Entweder: Verlag und Autor*in entscheiden alles zusammen. Oder: Der Verlag entscheidet alleine! (Je nachdem, mit wem man sich gerade unterhält)
Wahrheit: Es ist eine Mischung aus beidem und von Verlag zu Verlag auch unterschiedlich 😉 Man kann schon sagen, wenn einem Cover oder Klappentext oder Titel nicht gut gefallen – der Verlag ist aber nicht dazu verpflichtet, das mit reinzunehmen. Es kommt auch immer darauf an, wie wichtig es einem ist, seine Meinung durchzusetzen. Ich habe die Einstellung: Mein Verlag hat definitiv mehr Ahnung von der Zielgruppe. Im Großen und Ganzen lasse ich sie also machen, was Entscheidungen bei Cover, Klappentext und Titel angeht.

Mythos Nummer 5: Hat man einen Vertrag, regnet es danach Verträge.
Wahrheit: Schon wieder ein jein. Sowohl beim „eigenen“ Verlag, als auch bei anderen Verlagen kommt es natürlich gut an, schon mal veröffentlicht zu sein. Bei seinem eigenen Verlag hat man in der Regel auch einen persönlicheren Kontakt und muss nicht den offiziellen Weg gehen, um ein Manuskript einzureichen. Trotzdem wird das Manuskript noch geprüft, und das kann unter Umständen auch länger dauern. Und dann heißt es auch lange noch nicht, dass das zweite Manuskript ebenfalls den richtigen Ton trifft!
Aber ja, die Chancen sind etwas größer. Garantien gibt es nie.

Vertrag von „Engelsschatten 1 und 2“

All das, aber …

Es gibt eine Menge Gründe, warum man sich für oder gegen einen Verlag entscheidet. Seien wir mal ehrlich: Hat man es geschafft, einen Vertrag zu ergattern, macht man sich das Leben einfacher. Von dem, was ich vom Selfpublishing mitbekommen habe, ist das wahnsinnig stressig, wahnsinnig viel Arbeit, und auch mit großen, finanziellen Risiken verbunden – und das alles über das Schreiben des Buches hinaus. Dazu kommen natürlich Präsenz auf Messen und im Buchhandel.
Also: Ich bin gerne Verlagsautorin. Und für mich persönlich ist das auch der einzige Weg, den ich mir vorstellen kann. Ein Ponyhof ist es trotzdem nicht. Eher manchmal ein Rennstall und jeder scheint „I want to be the very best, like no one ever waaaaas!“, im Kopf zu haben 😉 (Gern geschehen, für den Ohrwurm)

© 2020 Tintendrache

Theme von Anders NorénHoch ↑