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Monat: Dezember 2019

Askir und Götterkriege – Richard Schwartz [Gesamtrezension]

Inhalt von Sammelband 1:
Das Epos um das legendäre Reich Askir: Havald, ein Krieger aus dem Reich Letasan, und die undurchschaubare Magierin Leandra verschlägt es in das abgeschiedene Wirtshaus »Zum Hammerkopf«. Dort müssen sie nicht nur einen blutigen Mord aufklären, sondern erfahren auch, dass sich unter dem Gasthof mysteriöse Kraftlinien kreuzen. Und dass ein magisches Portal sie ins zersplitterte Reich Askir führen kann …

Ein Muss für Fantasy-Fans?

Ich beantworte die Frage mal direkt: ja! Die Askir- und Götterkriege-Reihe gehört meiner Meinung nach zu dem Besten, was das Fantasy-Genre seit 2000 hervorgebracht hat. Und das nicht nur, weil man hier als Lesedrache mit 7.280 insgesamten Seiten (ja, das habe ich für euch nachgerechnet) (ja, mit meinem Handy) (ich studiere Sprachen, lasst mich!) mehr als nur auf seine Kosten kommt – sondern auch, weil die gesamte Buchreihe neue Standards setzt, was Figuren und Worldbuilding angeht. Gucken wir uns das ganze mal genauer an …

Die Story: Wo soll man hier anfangen? Vor allem, wenn man nicht spoilern will, da jeder Band mit neuen Wendungen und Plottwists um die Ecke kommt? Aber gut. Die Story ist eine Art Heldenreise. Wir begleiten die meiste Zeit Havald, aus der Ich-Perspektive, ein gealterter, vom Leben enttäuschter Nationalheld. Er wird, am Anfang gegen seinen Willen, in eine rasante Jagd nach der Wahrheit verstrickt. Nach der Wahrheit über sich selbst, seine Heimat und die Ursprünge von allem, was er glaubt zu kennen. Aber das fasst nicht einmal annähernd die Geschichte zusammen, die sich über tausende von Seiten erstreckt.
Nicht jedes Buch ist gleich spannend oder hat mir gleich gut gefallen. Im zweiten Sammelband war ich kurz davor, die Reihe an den Nagel zu hängen. Aber mein Buchhändler des Vertrauens versicherte mir: Durchhalten, es wird wieder besser.
Und wie es das wurde. Im Nachhinein mache ich dem Autoren auch absolut keinen Vorwurf! Dass er es überhaupt schafft, einen kontinuierlichen Story- und Spannungsbogen zu halten, ist absolut bewundernswert (*hüstel nicht so wie andere Autoren, die viel mehr gefeiert werden hüstel*). Dass da auch mal Ausreißer dabei sind, finde ich völlig in Ordnung. Also an alle, die im zweiten Sammelband feststecken und Havald gerne sein Schwert, über das er die ganze Zeit jammert, über den Kopf ziehen wollen: Es wird besser. Versprochen 😉

Die Figuren: Manche mochte ich, manche fand ich doof, bei manchen hat sich das von Band zu Band verändert. Aber sie alle hat eins geeint: Sie waren großartig ausgearbeitet, vielschichtig und haben so gut wie immer absolut nachvollziehbar gehandelt.
Dadurch, dass Havald kein junger Mann mehr ist, hatten wir bei ihm nicht sehr viel Entwicklung. Was ich allerdings angenehm fand, war, dass er immer mehr in seine Rolle hineingewachsen ist und trotzdem immer er selbst geblieben ist.
Zokora war für mich mit Abstand eine der coolsten Figuren. Sie war tough, witzig und hat eine wahnsinnige Entwicklung durchgemacht, ohne dabei den Kern ihres Wesens zu verlieren. Männlichen Autoren sagt man ja gerne nach, dass sie Frauenfiguren nicht hinbekommen – Schwartz beweist hier das Gegenteil.
Leandra und ich haben uns nicht gut verstanden. Am Anfang mochte ich sie sehr, zwischendurch habe ich sie gehasst und am Ende fand ich sie erträglich. Aber definitiv eine spannende, vielschichtige Figur, über die man lange diskutieren kann. Und ohne Zweifel eine starke Frau!
Serafine ist der Punkt, an dem ich sagen würde: Hätte man vielleicht besser machen können. Am Anfang fand ich sie klasse, mochte sie viel lieber als Leandra. Leider wurde sie im Laufe der Bände immer … nerviger. Sie hat Havald immer wieder die gleichen Sachen vorgeworfen, ihm grundlos nicht vertraut und hat sich aufgeführt wie ein Kleinkind.

In jedem Sammelband ist eine wunderschöne Karte enthalten!

Das Setting: Dazu muss ich eigentlich gar nicht viel sagen. Das Setting ist eines der besten und ausgeklügelsten Settings, das ich kenne. Es ist nicht übermäßig kompliziert, sodass man nicht alle paar Seiten verwirrt innehalten muss. Es wird nach und nach in jedem Band aufgedeckt, weil auch die Figuren immer mehr der Welt entdecken, was es sehr einfach macht, die Welt ebenfalls Stück für Stück kennenzulernen. Ausgezeichnet gelöst!
Allgemein konnte mich das Worldbuilding restlos überzeugen. Es war einzigartig, gut erklärt und hat immer wieder für Überraschungen beim Lesen gesorgt.

Gesamteindruck: Eine Reihe, bei der es sich definitiv lohnt, durchzuhalten. Eigentlich ist jeder Band spannend, mir sind so gut wie keine Logikfehler oder Plotholes aufgefallen (was bei so vielen Seiten eine wahnsinns Leistung ist) und der aufregende Plot mit den drölftausend Wendungen lässt einen nicht gelangweilt zurück.

Hand für Größenverhältnisse …

Zusammenfassung:

Cover: * * * * * * * * * * (ist klar, ne?)
Story: * * * *
Setting: * * * * * * * * * * * * * * * * * etc.
Figuren: * * * *
Schreibstil: * * * * *
Insgesamt: Was war die Höchstgrenze? Fünftausend?

Figuren der Feenwelt

Meine Feenwelt-Reihe hat einen ganzen Haufen von Figuren, die ich eigentlich alle ziemlich cool finde 😉 Deswegen, seid froh, dass ich mich hier auf ein paar beschränke, die ich euch gerne etwas näher vorstellen möchte: Und zwar die Hauptfiguren, denn es gibt immer so viele Informationen, die man sich im Kopf zusammenstellt und die es dann nie ins Buch schaffen. Aber seht selbst …

Andira Wasserlauf, Kronprinzessin

Alter: 18 Jahre
Affinität: Eis … Sehr zu Gardoraths Leidwesen, der sich mit Wasser vielleicht anfreunden könnte, aber mit ihr schnell auf den vereisten Boden der Tatsachen zurückkehrt.
Persönlichkeit: Was Andira einmal gelesen hat, vergisst sie nicht so schnell wieder. Und da sie sehr viel liest, hat sie für fast jede Situation eine passende Idee – Pläne schmieden ist nämlich ihre große Stärke. Das Ausführen dieser gehört nicht unbedingt zu ihren Lieblingsbeschäftigungen, da sie sich häufiger um den Kampf mit Waffen gedrückt hat. Ihrer Meinung nach sollte nämlich nicht die Schärfe der Klinge entscheidend sein, sondern die Vernunft des Verstandes. Sie kann es nicht leiden, wenn über ihren Kopf hinweg entschieden wird oder wenn andere Feen (aka ihr Vater und Gardorath) versuchen, ihr Dinge vorzuschreiben. Wenn das passiert, kann sie auch sehr schnell aufbrausend werden, sodass ihre Fähigkeiten aus ihr herausbrechen.
Als ihre wichtigste Eigenschaft empfinden sie (und die Autorin) jedoch, dass sie stets bemüht ist, sich nicht von alten Vorurteilen beeinflussen zu lassen. Es gelingt ihr nicht immer, aber sie ist selbstkritisch genug, um zu erkennen, wenn sie einen Fehler gemacht hat. Dann kann sie ihren Stolz auch rasch hinunterschlucken.
Lieblingssatz: Unverständnis führt zu Angst. Angst führt zu Wut. Wut führt zu Hass. Und Hass endet in Zerstörung. Deswegen will ich verstehen.

Gardorath Funkenflug, Thronerbe der Feuerfeen

Alter: 18 Jahre
Affinität: Feuer – er legt Wert darauf, klarzustellen, dass er sich nicht von Magma ernährt, auch wenn er darin baden kann. Er ist sich ziemlich sicher, dass eine derartige Nahrungsaufnahme wenig empfehlenswert ist.
Persönlichkeit: Wenn er mal zwei Stunden nichts zu tun hat, langweilt er sich zu Tode. Am liebsten würde er den ganzen Tag die Hauptstadt erkunden, sich mit den Feen unterhalten oder Kampfstunden nehmen. Sein Onkel, dem er immer nachzueifern versucht, ist als großer Kämpfer bekannt und er will ihm in nichts nachstehen. Dadurch vernachlässigt er hin und wieder seine anderen Studien. In Kampfsituationen spielt ihm das aber in die Karten und er stellt sich furchtlos auch den größten Gefahren.
Von Natur aus ist er eher argwöhnisch und misstrauisch, was andere Feen angeht. Der raue Umgang mit Soldaten in seiner Kindheit und Jugend, von denen viele noch den alten Vorurteilen anhängen, hat ihn geprägt, sodass es ihm hin und wieder schwer fällt, über seinen Tellerrand hinauszuschauen. Trotzdem denkt er, dass es wichtig ist, alte Werte zu hinterfragen und träumt von einem neuen, tiefergehenden Frieden zwischen den Feenvölkern.
Lieblingssatz: Ich erwarte das Beste, rechne aber mit dem Schlimmsten.

Gelya Näherin, Wasserfee

Alter: 13 Jahre
Affinität: Wasser – obwohl sie keine Verbindung zur Königsfamilie hat, kann sie überdurchschnittlich gut schwimmen und sehr tief tauchen.
Persönlichkeit: Während ihre beiden älteren Schwestern in der Werkstatt ihres Vaters gearbeitet haben, hat Gelya immer schon lieber ihre Zeit draußen verbracht. Am liebsten auf dem Marktplatz, um die neusten Geschichten und Gerüchte als erste zu hören. Schon früh war ihr klar, dass sie nicht dafür gemacht ist, an einem Ort zu bleiben. Ihren großen Traum, auf einem Erkundungsschiff die unendlich weiten Meere zu bereisen, hat sie nie aufgegeben, auch wenn viele versuchten, sie davon abzubringen.
Es fällt ihr schwer, Vertrauen zu anderen zu fassen, aber wenn sie das einmal getan hat, ist sie beinahe übertrieben loyal. Neid, Missgunst, Vorurteile und Verrat findet sie furchtbar, und kann auch durchaus eine nachtragende Ader in sich haben. Ihre Handlungen sind oft überstürzt und impulsiv – sie fällt häufig mit der Tür ins Haus, bevor sie kontrolliert, ob es überhaupt die Richtige war. Ihre geballte Energie lässt sie auch schwierige Situationen gut überstehen.
Lieblingssatz: Sowas hat sie nicht, dafür ändert sie zu schnell ihre Vorlieben.

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