Inhalt von Sammelband 1:
Das Epos um das legendäre Reich Askir: Havald, ein Krieger aus dem Reich Letasan, und die undurchschaubare Magierin Leandra verschlägt es in das abgeschiedene Wirtshaus »Zum Hammerkopf«. Dort müssen sie nicht nur einen blutigen Mord aufklären, sondern erfahren auch, dass sich unter dem Gasthof mysteriöse Kraftlinien kreuzen. Und dass ein magisches Portal sie ins zersplitterte Reich Askir führen kann …

Ein Muss für Fantasy-Fans?

Ich beantworte die Frage mal direkt: ja! Die Askir- und Götterkriege-Reihe gehört meiner Meinung nach zu dem Besten, was das Fantasy-Genre seit 2000 hervorgebracht hat. Und das nicht nur, weil man hier als Lesedrache mit 7.280 insgesamten Seiten (ja, das habe ich für euch nachgerechnet) (ja, mit meinem Handy) (ich studiere Sprachen, lasst mich!) mehr als nur auf seine Kosten kommt – sondern auch, weil die gesamte Buchreihe neue Standards setzt, was Figuren und Worldbuilding angeht. Gucken wir uns das ganze mal genauer an …

Die Story: Wo soll man hier anfangen? Vor allem, wenn man nicht spoilern will, da jeder Band mit neuen Wendungen und Plottwists um die Ecke kommt? Aber gut. Die Story ist eine Art Heldenreise. Wir begleiten die meiste Zeit Havald, aus der Ich-Perspektive, ein gealterter, vom Leben enttäuschter Nationalheld. Er wird, am Anfang gegen seinen Willen, in eine rasante Jagd nach der Wahrheit verstrickt. Nach der Wahrheit über sich selbst, seine Heimat und die Ursprünge von allem, was er glaubt zu kennen. Aber das fasst nicht einmal annähernd die Geschichte zusammen, die sich über tausende von Seiten erstreckt.
Nicht jedes Buch ist gleich spannend oder hat mir gleich gut gefallen. Im zweiten Sammelband war ich kurz davor, die Reihe an den Nagel zu hängen. Aber mein Buchhändler des Vertrauens versicherte mir: Durchhalten, es wird wieder besser.
Und wie es das wurde. Im Nachhinein mache ich dem Autoren auch absolut keinen Vorwurf! Dass er es überhaupt schafft, einen kontinuierlichen Story- und Spannungsbogen zu halten, ist absolut bewundernswert (*hüstel nicht so wie andere Autoren, die viel mehr gefeiert werden hüstel*). Dass da auch mal Ausreißer dabei sind, finde ich völlig in Ordnung. Also an alle, die im zweiten Sammelband feststecken und Havald gerne sein Schwert, über das er die ganze Zeit jammert, über den Kopf ziehen wollen: Es wird besser. Versprochen 😉

Die Figuren: Manche mochte ich, manche fand ich doof, bei manchen hat sich das von Band zu Band verändert. Aber sie alle hat eins geeint: Sie waren großartig ausgearbeitet, vielschichtig und haben so gut wie immer absolut nachvollziehbar gehandelt.
Dadurch, dass Havald kein junger Mann mehr ist, hatten wir bei ihm nicht sehr viel Entwicklung. Was ich allerdings angenehm fand, war, dass er immer mehr in seine Rolle hineingewachsen ist und trotzdem immer er selbst geblieben ist.
Zokora war für mich mit Abstand eine der coolsten Figuren. Sie war tough, witzig und hat eine wahnsinnige Entwicklung durchgemacht, ohne dabei den Kern ihres Wesens zu verlieren. Männlichen Autoren sagt man ja gerne nach, dass sie Frauenfiguren nicht hinbekommen – Schwartz beweist hier das Gegenteil.
Leandra und ich haben uns nicht gut verstanden. Am Anfang mochte ich sie sehr, zwischendurch habe ich sie gehasst und am Ende fand ich sie erträglich. Aber definitiv eine spannende, vielschichtige Figur, über die man lange diskutieren kann. Und ohne Zweifel eine starke Frau!
Serafine ist der Punkt, an dem ich sagen würde: Hätte man vielleicht besser machen können. Am Anfang fand ich sie klasse, mochte sie viel lieber als Leandra. Leider wurde sie im Laufe der Bände immer … nerviger. Sie hat Havald immer wieder die gleichen Sachen vorgeworfen, ihm grundlos nicht vertraut und hat sich aufgeführt wie ein Kleinkind.

In jedem Sammelband ist eine wunderschöne Karte enthalten!

Das Setting: Dazu muss ich eigentlich gar nicht viel sagen. Das Setting ist eines der besten und ausgeklügelsten Settings, das ich kenne. Es ist nicht übermäßig kompliziert, sodass man nicht alle paar Seiten verwirrt innehalten muss. Es wird nach und nach in jedem Band aufgedeckt, weil auch die Figuren immer mehr der Welt entdecken, was es sehr einfach macht, die Welt ebenfalls Stück für Stück kennenzulernen. Ausgezeichnet gelöst!
Allgemein konnte mich das Worldbuilding restlos überzeugen. Es war einzigartig, gut erklärt und hat immer wieder für Überraschungen beim Lesen gesorgt.

Gesamteindruck: Eine Reihe, bei der es sich definitiv lohnt, durchzuhalten. Eigentlich ist jeder Band spannend, mir sind so gut wie keine Logikfehler oder Plotholes aufgefallen (was bei so vielen Seiten eine wahnsinns Leistung ist) und der aufregende Plot mit den drölftausend Wendungen lässt einen nicht gelangweilt zurück.

Hand für Größenverhältnisse …

Zusammenfassung:

Cover: * * * * * * * * * * (ist klar, ne?)
Story: * * * *
Setting: * * * * * * * * * * * * * * * * * etc.
Figuren: * * * *
Schreibstil: * * * * *
Insgesamt: Was war die Höchstgrenze? Fünftausend?