Ein Blog über Bücher und Schreiben

Monat: Januar 2020

Das Spiel der Götter – Die eisige Zeit – Steven Erikson

Inhalt:
Die fanatischen Heerscharen des Pannionischen Sehers stürmen aus dem Süden heran und überziehen Genabackis mit einer Welle der Gewalt. Um die schreckliche Armee abzuwehren, muss sich Hohefaust Dujek Einarm mit seinen früheren Feinden verbünden. Ob er dem Kriegsherrn Caladan Bruth und den Bewohnern der fliegenden Festung Mondbrut trauen kann, ist eine andere Frage. Doch Einarm hat keine Wahl: Die Truppen des Feindes rücken näher …

Was passiert … was … zur Hölle … was?!

So oder so ähnlich klinge ich beim Lesen dieser Reihe. Entweder, weil ich gerade keine Ahnung habe, was passiert, oder weil ich mir nur denke: Hat er nicht getan!
Die Antwort darauf ist immer: Doch, hat er getan 😉

Die „Das Spiel der Götter“-Reihe ist meiner Meinung nach das beste, was die Fantasy des 21. Jahrhunderts hervorgebracht hat. Ja, sogar besser als die Askir-Reihe und ihr wisst, dass das was bei mir heißt. Als ich damals mit Band 1 angefangen habe, habe ich den erstmal abgebrochen. Ich war frustriert, weil ich nicht verstanden habe, worum es ging. Ich habe das Magie-System nicht verstanden, das Götter-System sowieso nicht und die Geschichte war aus so vielen Einzelteilen zusammengesetzt, dass nicht einmal ich sie im Kopf behalten konnte …
Aber dann meinte mein Lieblingsbuchhändler zu mir: Ja, der erste Band ist anstrengend, durch die ersten 100 Seiten muss man sich durchkämpfen. Danach wirst du nie wieder etwas anderes lesen wollen.
Vielleicht ein klein wenig übertrieben, aber im Kern hatte er recht. Schon in der Mitte von Band 1 war ich vollkommen überzeugt von dieser Reihe und danach wurde es immer und immer besser.

Die Figuren: Mit Erikson ist das so. Er handelt die Geschichte nicht chronologisch den Figuren folgend ab, sondern chronologisch den Ereignissen folgend. Das heißt in Band 4 sind wir zu den Figuren des ersten Bandes zurückgekehrt. Einige vertraute Gesichter fehlen (weiß der Himmel, wo sie gerade rumturnen), aber Dujek Einarm, Elster, der Schnelle Ben, Caladan Bruth und Anomander Rake sind wieder von der Partie. Und verdammt nochmal sind diese Figuren episch. In Band 2 gab es eine Figur, die ich bis aufs Blut gehasst habe (war aber wohl beabsichtigt), aber hier … sie sind einfach alle viel zu cool, um sie nicht zu mögen. Und es gab einige sehr lustige Szenen, absolut skurril, als alle aufeinander getroffen sind. Aber auch neue Figuren wie die Mhybe, Silberfuchs und Lady Missgunst fand ich sehr spannend und ich freue mich darauf, sie näher kennenzulernen.
Die ganzen Figuren auseinanderzuhalten wird dadurch einfacher, dass sie wirklich alle einzigartig sind!

Das Setting: Ein bisschen schade fand ich es schon, dass wir die Wüste und die Sieben Städte hinter uns gelassen haben, aber ich wurde relativ schnell darüber hinweggetröstet. Zwar war das Setting in diesem Band nicht so wichtig, wie zum Beispiel in Band 2 und 3, aber das, was man davon mitbekommen hat, war definitiv spannend und gut beschrieben.

Die Handlung: Wo fange ich an? Ohne zu spoilern? Auf jeden Fall will ich so viel sagen: Man hat sehr viele Aha-Momente. Viele rätselhafte Dinge werden aufgeklärt und man versteht endlich mehr über das Magie- und Götter-System. Die neuen Antagonisten, die pannionische Domäne, ist ein absoluter Meisterschachzug. Ich hatte echt Gänsehaut, als sie näher beschrieben wurde. Weiße Wanderer, ihr könnt einpacken. Und das beste daran ist? Das unheimlichste an der Domäne ist nicht das Übernatürliche, der göttliche Einfluss. Sondern die Taten, zu denen fanatische Menschen fähig sind. Und dass ich, obwohl ich wusste, dass es Fantasy ist, hin und wieder gedacht habe: Jap. Das könnte auch in unserer Welt so passieren.

Der Schreibstil: Wie gesagt, Erikson erklärt wenig. Ich war immer schon froh, wenn die Figuren Fragen gestellt oder Ereignisse rekapituliert haben. Das hat enorm geholfen, den Überblick zu behalten. Ansonsten ist der Schreibstil recht angenehm zu lesen. Er ist nicht irgendwie übermäßig poetisch oder hochtrabend.

Ein paar Worte zur Fantasy: Aus Gründen, die ich gut verstehen und nicht immer gutheißen kann, wird alles mit J. R. R. Tolkien verglichen. Das ist weder Tolkien noch modernen Autoren_innen gegenüber fair, aber Tolkien ist nun einmal derjenige, der die moderne Fantasy geprägt hat. Darüber reden wir aber ein andermal.
Was ich nicht verstehen kann, ist, dass jemand wie George R. R. Martin auf so einen Thron gehoben wird und unbekanntere Autoren wie Erikson, Schwartz oder Feist mehr oder weniger ignoriert werden. Die „Game of Thrones“-Reihe ist … okay. Die ersten Bände mag ich, die letzten Bände sind meiner Meinung nach einfach nur noch wirr. Die Eigenleistung von Martin ist gleich null. Er lässt sich viel von der britischen Geschichte inspirieren, was ich nicht schlimm finde, aber wenn man sich dann anschaut, dass Erikson 6 Jahre lang nur geplant hat, um diese Welt zu erschaffen … (und dann sogar seine Reihe beendet hat *hüstel*). Es erscheint mir einfach nicht fair.
Ja, Erikson lesen ist nicht einfach. Man braucht vor allem am Anfang ein bisschen Geduld und muss es ertragen, nicht alles erklärt zu bekommen – was uns modernen Lesern sowieso schwerfällt, weil wir in Büchern alles zu Tode erklärt bekommen.
Also: Gebt Erikson eine Chance. Er hat sie definitiv verdient.

Zusammenfassung (Band 4):

Cover: 5 / 5
Story: 4 / 5
Setting: 4 / 5
Figuren: 5 / 5
Schreibstil: 5 / 5
Insgesamt: 5 / 5

Autoren-Rückblick 2019

2019 im Zeichen der Bücher

2019 ist vorbei und ich kann nur sagen: was ein Jahr! 2018 war schon mega, mit dem ersten Vertrag, der ersten Veröffentlichung … und dann wurde noch eins drauf gesetzt. Band 1 der Feenwelt lief so gut, schon in der Vorbestellungszeit, dass ich noch vor Veröffentlichung das „Okay“ für Band 2 bekommen habe – und 1 1/2 Monate nach Veröffentlichung von Band 1 kam dann auch die Nachricht, dass ich für diesen ein Taschenbuch bekommen würde!

Frühjahr 2019

Band 1 der Feenwelt kam als Taschenbuch raus 😉 Es ist ein unglaubliches Gefühl, sein eigenes Buch in den Händen zu halten und es sich ins Regal zu stellen – und zu sehen, wie andere es ins Regal stellen! Sogar in Buchläden habe ich es gefunden (und tue ich immer noch), was mich sehr glücklich macht. Im Frühjahr stand auch die Leipziger Buchmesse an, auf der ich signieren durfte!
Und auf der ich die Nachricht erhalten habe, dass auch Band 2 ein Taschenbuch bekommen würde – und das, obwohl er noch gar nicht erschienen war.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt?

„Eine Krone aus Perlen und Asche“ ist ein Buch, auf das ich sehr stolz war, das schwierig zu schreiben war – und das mir eine schmerzhafte Lektion erteilt hat. Auch wenn man immer sagt, man macht sich keine Hoffnung … Gelogen. Total gelogen. Natürlich habe ich gehofft, dass es genauso gut läuft wie Band 1. Ist es nicht. Ganz und gar nicht. Band 2 der Feenwelt ist von allen bisher veröffentlichten Büchern das, was am schlechtesten gelaufen ist. Was nur zeigt, dass im Autorenleben nichts vorhersehbar ist, dass es keine Garantien gibt, dass man enttäuscht wird – aber dass man nach ein paar schlechten Tagen auch die Zähne zusammenbeißen muss. Das Buch liebe ich aber immer noch sehr <3

Sommer 2019

Buch Nummer 3!

Und die Zähne musste ich auch weiterhin zusammenbeißen! Der Erscheinungstermin von Engelsschatten – Gejagte des Himmels ist immer nähergerückt und damit war ich mitten im Lektorat drin. Ein Lektorat, das mich sehr, sehr viele Nerven gekostet hat (aber dazu an anderer Stelle mehr). Die Veröffentlichung selbst lief auch reibungslos ab und auch hier bekam ich schnell die Rückmeldung, dass es das Buch als Taschenbuch geben würde. Ich bin fast vom Stuhl gekippt und bin danach quietschend durchs Wohnzimmer gehüpft. Meine Eltern haben mich glaube ich für ein bisschen bescheuert gehalten … 😉

4 kleine Bücherlein, stehn‘ in meinem Regaaal …

Bei Engelsschatten 2 kam häufiger die Frage auf: WIE HAST DU DAS GEMACHT? SO SCHNELL ZU SCHREIBEN!
Fun Fact: Engelsschatten war ursprünglich mal ein einziges Buch und das erste Buch, das ich je fertig geschrieben habe 😉 Und zwar schon 2016. 2019 habe ich dann also nur noch einmal überarbeitet und ein Lektorat absolviert.
Auch Band 2 bekam ein Taschenbuch! Wuhu! Und bei der Reihe lief Band 2 auch mehr oder weniger genauso gut wie Band 1. So kann’s also auch gehen …

Herbst 2019

*Schnappatmung*

Die Longlist des Deutschen Phantastikpreises wurde im Sommer veröffentlicht. Ich war in Italien mit meinen Eltern und relativ früh wach, als ich auf einmal eine Whatsapp-Nachricht bekam: Hast du schon gesehen?!?
Äh … ne, hatte ich noch nicht. Innerhalb von 30 Minuten bekam ich dann auch fünf weitere Nachrichten und hatte mittlerweile verstanden, was da passiert war: Die Jury hatte mich vorgeschlagen, für den Debüt-Preis! Ich habe das fleißig überall geteilt, Freunden und Familie Bescheid gesagt und das ehrlich gesagt ein wenig vergessen … bis die Shortlist veröffentlicht wurde. Und mein Buch immer noch dabei war. Das war krass, absolut krass und unglaublich (und ja, ich habe gequietscht, als ich gesehen habe, dass mein Buch auf der Carlsen Instagram-Seite auf einem Bild war ;)). Im November war ich auf der Verleihung des Preises im Zuge der BuchBerlin. Gewonnen habe ich nicht, aber alleine auf der Liste zu stehen, war eine riesige Ehre und ich bin sehr stolz darauf. Auch beim Lovelybooks-Leserpreis war ich nominiert und habe es auf Platz 20 geschafft!

Gute Gelegenheit, um mit allen Covern anzugeben!

Über die FBM habe ich ja schon einen Messe-Rückblick geschrieben und will darüber jetzt auch nicht viele Worte verlieren – außer, dass es super schön und super stressig war und ich mich immer wieder frage, warum ich mir das antue. Nur, um jetzt schon zu wissen, dass ich auch 2020 wieder da sein werde 😉 Allerdings werde ich einen Bogen um den Samstag machen und nur da sein, wenn ich einen Termin habe oder so. Echt, der Samstag war die Hölle, oder?!

Winter 2019

2019 endete mit einem richtigen Knall – und damit meine ich nicht Silvester, 0:00 Uhr habe ich mit einer Panikattacke im Hausflur verbracht. Nein, ich meine den 28.12., an dem mein Cover veröffentlicht wurde. Das Cover für mein nächstes Buch, das im Februar 2020 veröffentlicht wird. Das Buch, das mir so unglaublich wichtig ist, dass es noch einen eigenen Blogbeitrag bekommen wird …

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