Inhalt:
Wo sich die Verfemten Lande erstrecken, färbte Blut die Welt einst rot. Wo heute uralte Ruinen stehen, bezwangen Menschen Giganten. Wo einzig das Heulen der Woelven erklingt, brannte vor tausenden Jahren die Welt. Doch zu lange haben sich die Menschen in Sicherheit gewähnt. Nun weinen die Gigantensteine Blut, und in den Verfemten Landen regt sich erneut, was für immer verbannt sein sollte. Ein uralter Feind hat längst eine Allianz geschmiedet und wartet darauf, dass seine Stunde kommt. Und nur einer vermag es, ihn aufzuhalten, wenn die Schwarze Sonne die Welt betritt …

I did see that coming … Still loved it!

Mal ein paar Worte zu Plottwists, bevor ich hier mit der Rezension loslege. Ich liebe Plottwists, auch krasse, mit denen man nicht unbedingt rechnet. Aber ich finde es auch nicht schlimm, wenn Plottwists vorausgeahnt werden können. Oft sehe ich in Rezensionen: Fand ich doof, wusste vorher schon, was der Plottwist ist …
Ja und? Ich meine, das heißt eigentlich nur, dass das Buch einen sehr guten Job in Bezug auf Worldbuilding macht und dass der Autor/die Autorin es drauf hat, konsistent zu schreiben. Ohne hier spoilern zu wollen: Ich habe es mir fast gedacht. Was sich am Ende rauskristallisiert. Und ich habe es geliebt, weil ich jeden neuen Hinweis aufgesogen habe, weil ich den Umgang mit dem Plottwist super fand und die Fragen, die er aufwirft. Genauso freue ich mich übrigens immer darüber, recht zu haben, weil ich mir dann clever vorkomme 😉

Die Figuren: Eigentlich mochte sie alle. Die Sympathischen, die Unsympathischen, die Protagonisten, die Antagonisten, die irgendwo in der Mitte. Es gab keine Figur, die ich so richtig abgrundtief gehasst habe – was ich ein kleines bisschen schade finde. Andererseits ist es auch weniger frustrierend.

Das Setting: Recht solide, nichts weltbewegend Großartiges und nicht zu vergleichen mit Erikson, aber schön vorstellbar und spannend. Gwynne testet keine krassen Szenerien aus, das muss er aber auch nicht.

Die Handlung: Ebenfalls äußerst solide. Spannend, abwechslungsreich und hin und wieder emotional. Keine großen Liebesgeschichten, die eine Rolle spielen. Ich liebe die Tatsache, dass die Frage aufgeworfen wird, was genau eigentlich böse sein heißt. Ist der böse, der böses tut, im Glauben, ein gutes Ziel zu erreichen? Kann es überhaupt einen Bösen geben, wenn alle glauben, sie wären die Guten?

Der Schreibstil: Definitiv einer der größten Pluspunkte des Buches! Der Schreibstil ist angenehm, man fliegt geradezu durch die eher kurzen Kapitel und ich habe die letzten 120 Seiten in einem Rutsch gelesen. Das finde ich mit Fantasy oft schwierig, aber Gwynne schreibt wirklich toll. Was mich allerdings massiv gestört hat, waren die Zeitsprünge – auch innerhalb von Kapiteln. An sich habe ich nichts gegen Zeitsprünge, aber es waren sehr viele und oft fehlte dann eine kurze zeitliche Einordnung, was die Erzählung zum Teil verwirrend gemacht hat.

Zusammenfassung:

Cover: 4/5
Story: 3,5/5
Setting: 3/5
Figuren: 3,5/5
Schreibstil: 3/5 (Abzug für Zeitsprünge)
Insgesamt: 3,5/5