Inhalt: Eine Tote in einem Baum. Menschen auf der Suche nach Heilsversprechen in einer krisengeschüttelten, globalisierten Welt. Pseudoreligiöse Glaubensvereinigungen, verschwundene Frauen und ein ungeklärter Todesfall, dessen Spuren zu einem hochintelligenten, charismatischen Manipulator mit ehrgeizigen Zielen führen. Der sechste Fall für Carl Mørck und sein Team vom Sonderdezernat Q führt alle Beteiligten weit über ihre Grenzen – beruflich und privat.

Die Krux von langen Krimi-Reihen

Den ersten Band des Sonderdezernat Q habe ich vor Jahren im Sommerurlaub gelesen, weil ich keine anderen Bücher mehr hatte (und meine Eltern meinen Horizont erweitern wollten). Ich war total begeistert von dem Buch und habe dann in jedem Sommer einen Band gelesen – bis ich den fünften Teil gelesen habe und enttäuscht war. Die Geschichte konnte mich einfach nicht abholen und ich habe länger gebraucht, um Band 6 in die Hand zu nehmen, obwohl dieser wieder besser sein sollte.
Das Problem mit dieser Art von Krimi-Reihen ist, dass die Figuren sich in der Regel nicht weiterentwickeln. Dadurch wirken die Bücher für mich nach einigen Bänden immer … ausgelutscht und anstrengend. Der schlechtgelaunte Kommissar ist ein paar Bände lang witzig, wird aber irgendwann nervig. Ewig lang hingezogene Rätsel sind am Anfang spannend, irgendwann will man aber nur die Lösung wissen.
Trotzdem hat mir der sechste Band gut genug gefallen, um auch bald den siebten zu lesen.

Die Handlung: Das Krimi-Rad wird hier definitiv nicht neu erfunden. Die Geschichte ist trotzdem recht unterhaltsam und weist einige Überraschungen auf. Vor allem das Ende konnte das Buch für mich wirklich rausreißen, da sich die Ereignisse dort überschlagen. Dadurch, dass die Handlung aber erst auf den letzten 150 Seiten wirklich in Gang kommt, hat das Buch sehr viele Längen. Dadurch war es manchmal eine Qual, das Buch in die Hand zu nehmen und weiterzulesen.

Die Figuren: Wie gesagt, die Stagnation der Figuren ist mein größtes Problem. Es ist einfach anstrengend, dass Rose sich immer über alles aufregt, Carl immer schlecht gelaunt ist und nie Lust auf einen Fall hat und Assad ein ewiges Mysterium ist – gleichzeitig ist er aber auch der Sympathieträger für mich.
Aber! Für mich war das Ende diesbezüglich ein Lichtblick. Ich hatte das Gefühl, dass endlich etwas in Gang kommt und sich auch innerlich bei den Figuren etwas bewegt. Definitiv ein Pluspunkt und ein Grund für mich, auch den nächsten Band zu lesen.

Der Schreibstil: Eigentlich gibt es dazu nicht viel zu sagen. Olsens Stil lässt sich flüssig lesen. In diesem Buch hatte ich manchmal Schwierigkeiten, Zusammenhänge zwischen den einzelnen Sätzen herzustellen.

Zusammenfassung

Handlung: 3/5
Figuren: 3/5
Schreibstil: 3,5/5
Insgesamt: 3/5