Wie schaffst du das eigentlich alles?

Jeder, den ich treffe, immer, irgendwann

Für alle, die es noch nicht wussten: Ich studiere Linguistik und Anglistik (auch wenn ich letzteres im nächsten Semester wechseln werde … vermutlich). Im Optionalbereich lerne ich aktuell Italienisch und möchte noch Französisch, Spanisch und Arabisch machen. Außerdem habe ich drei Jahre für den RVR gearbeitet und bin aktuell studentische Hilfskraft.
Ach ja, und ich schreibe und veröffentliche Bücher und weil ich so ein Planungstalent bin, fallen die Deadlines in den meisten Fällen mit meinen Klausurzeiten zusammen. Ich bin mittlerweile bei meinem sechsten Buch. So viel also dazu 😉

Prioritäten

So viele Aufgaben lassen sich kaum miteinander vereinbaren. Ein Vollzeitstudium und zwei Jobs sprengen jeden Rahmen. Um trotzdem alle meine Aufgaben zu erfüllen und Deadlines einzuhalten, muss ich Prioritäten setzen. Welche das sind, ist eine Entscheidung, die mir keiner abnehmen konnte. Meine Priorität liegt beim Schreiben, was viele ziemlich seltsam finden: Willst du denn nicht dein Studium beenden, um einen Job zu haben?
Ja schon. Aber Schreiben ist auch mein Job. Ich will später Teilzeit als Autorin und Teilzeit als … was auch immer ich dann mit meinem Studium anfange arbeiten 😉
Diese Entscheidung hilft mir dabei, meinen Tagesablauf zu sortieren und mein Semester zu planen. Also: weniger Veranstaltungen, wenn Deadlines anstehen. Vor der Uni schreiben, wenn ich erst so gegen 19 Uhr zu Hause bin (danach bin ich matschig und mag nicht mehr). Aber gucken wir uns das doch mal genau an …

Mein Tagesablauf

Im Moment ist natürlich alles durcheinander gewürfelt, deswegen nehmen wir uns mal meinen aktuellen Donnerstag. Das ist nämlich der einzige Tag, wo ich relativ regelmäßig Zoom-Meetings habe 😉
Mein Vater gibt ab 10 Uhr im Wohnzimmer Geigenunterricht (ja, mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen!). Das heißt, ich muss vorher unten gewesen sein und gefrühstückt haben.
9:00/9:15 Uhr klingelt mein Wecker.
9:30-10:00 Uhr frühstücke ich und trinke Kaffee. Meistens diskutiere ich dabei mit meinem Vater über den Unsinn, den unsere Zeitung oder die Menschheit fabriziert 😉

Kaffee, sehr wichtig!


10:00-11:00 Uhr räume ich in meinem Zimmer auf, mache meinen Social Media-Kram, beantworte Whatsapp-Nachrichten des vorangegangenen Abends und des Morgens.
11:00-unterschiedlich Uhr schreibe ich meinen Wordcount für den Tag zusammen. Das sind aktuell 1100 Wörter. Das schaffe ich in 20-120 Minuten – je nachdem. Aber gehen wir mal von einer Stunde aus.
12:00-13:30 Uhr mache ich Uni-Kram und meine Aufgaben (ich bin studentische Hilfskraft).
13:30-14:00 Uhr mache ich eine Pause, meistens mit was zu Essen und einem Buch.
14:15-15:45 Uhr und 16:15-17:45 Uhr habe ich dann meine beiden Seminare. Falls die nicht als Präsenzmeeting stattfinden, erledige ich in der Zeit meine restlichen Uni-Sachen, entspanne mich ein bisschen, schreibe vielleicht noch, erledige Testleser-Kram oder fange mit eigenen Überarbeitungen an.
18:30-19:00 Uhr habe ich Klavierunterricht, der tatsächlich ab dieser Woche wieder startet. Manchmal habe ich auch eine ganze Stunde, ab 18 Uhr – je nachdem, wie das mit der Uni passt.
19:30-20:15 Uhr gibt es dann Essen, zusammen mit meinen Eltern. Donnerstag bin ich in der Regel nicht fürs Kochen verantwortlich bzw. ich esse irgendwelche Reste … was in 9/10 Fällen irgendwas mit Nudeln ist.
Ab 20:15 Uhr versuche ich, keine To-Do’s mehr zu erledigen. Da habe ich dann sozusagen frei, was eben auch wichtig ist, wenn man nur im Home Office ist. Ich gucke dann oft einen Film oder Serien. Wenn ich Lust habe, schreibe ich dabei noch ein wenig, plotte oder überarbeite. Aber oft bin ich dann auch mental ziemlich erledigt und gönne mir einfach meinen Feierabend 🙂 Nur kurz vor Deadlines, gerade im Lektorat, arbeite ich nochmal richtig viel. Zum Teil habe ich bis 2:00 Uhr nachts an meinem Lektorat gesessen, weil nur noch so wenig Zeit übrig war. Das ist aber definitiv nichts, was regelmäßig passiert oder was ich regelmäßig aushalte! Aber hin und wieder ist das vollkommen in Ordnung. Dafür halte ich mir dann den nächsten Tag frei. Im letzten Semester bin ich ein paar Mal nicht zur Uni gegangen – wobei ich großes Glück habe, verständnisvolle Dozenten gehabt zu haben, die meinen Entschuldigungsgrund mehr als in Ordnung fanden.

Fazit

Tipps, die ich allen Leuten gebe, die auch so viel gleichzeitig schaffen müssen:
1. Setzt euch Prioritäten! Wenn die beim Studium liegen, ist das auch vollkommen verständlich und gut so, aber dann müsst ihr das bei der Angabe von Deadlines (gerade im Verlag) mit bedenken. Sonst bekommt ihr richtige Probleme.
2. Planung, Planung, Planung. Ich hatte bis vor ein paar Jahren nie wirklich einen Kalender. Mittlerweile ist mein Kalender das einzige, was mich davon abhält, nicht vollkommen im Aufgaben-Sumpf zu erledigen.
3. Atmen. Manchmal muss auch ich einfach sagen: Ich kann nicht mehr. Das geht nicht.
Die Deadline von „Die Jahresprinzessin – Klinge der Zeit“ war so ein Problem. Nachdem ich vier Kilo abgenommen und quasi nur noch geheult habe, habe ich die Reißleine ziehen müssen und mit meiner Betreuerin und meiner Lektorin gesprochen. Vor allem meine Betreuerin hat zum Glück sofort eingegriffen und uns drei Wochen mehr Zeit verschafft. Meine Lektorin hat sofort gesagt, dass ich ihr erst einmal nur die Hälfte des Manuskripts schicke und sie schon einmal anfängt. Die beiden haben mir echt den Rücken freigehalten, und meine Freundinnen und meine Familie haben mich daran erinnert, dass ich auch noch atmen muss <3