Tintendrache

Ein Blog über Bücher und Schreiben

Seite 3 von 3

The Priory of the Orange Tree – Samantha Shannon

Das ist aber ein ganz schön großes Buch!

Fremder Mann in der Bahn, sehr beeindruckt

Inhalt: The House of Berethnet has ruled Inys for a thousand years. Still unwed, Queen Sabran the Ninth must conceive a daughter to protect her realm from destruction–but assassins are getting closer to her door.
Ead Duryan is an outsider at court. Though she has risen to the position of lady-in-waiting, she is loyal to a hidden society of mages. Ead keeps a watchful eye on Sabran, secretly protecting her with forbidden magic.
Across the dark sea, Tané has trained all her life to be a dragonrider, but is forced to make a choice that could see her life unravel.
Meanwhile, the divided East and West refuse to parley, and forces of chaos are rising from their sleep. (deutsche Übersetzung noch ausstehend)

High Fantasy, LGBTQ, Drachen – was will ich mehr?

Fangen wir mit dem Cover an. Das Cover ist ein Traum und ich hoffe sehr, dass sie es in der deutschen Fassung übernehmen. Obwohl es ziemlich knallig ist, deswegen bezweifle ich es irgendwie … Aber es ist haptisch! Und es glänzt!

Um aber auf den fremden Mann in der Bahn zurückzukommen: Das Buch ist ein Monster und wiegt auch ungefähr so viel wie eines. Also eher nichts zum Rumtragen, deswegen habe ich es auch auf der Heizung im Urlaub gelesen – oder verschlungen, um mal bei Monstern zu bleiben.

Die Charaktere: Sie sind alle ziemlich einzigartig. Manche mochte ich sofort (zum Beispiel Ead und Tané), andere (hallo Niclays) fand ich erstmal richtig doof. Aber ich habe auch gemerkt, dass das Absicht war, also war ich sehr gespannt, was hinter seiner Fassade steckt. Als es aufgedeckt wurde, konnte ich gar nicht anders, als ihn doch ein bisschen zu mögen. Auch wenn niemand Ead vom Thron meiner Lieblingsfigur stoßen wird! Sie ist so toll *seufz*

Das Worldbuilding: Ich bin ein Fan von Worldbuilding. Auch kompliziertes Worldbuilding. Auch sehr kompliziertes Worldbuilding. Aber dieses hat sogar mich an meine Grenzen gebracht. Das Magiesystem hat mir zum Beispiel Schwierigkeiten bereitet und ich hatte ein wenig Mühe, mich in der Welt zurecht zu finden.

Der Schreibstil: Auf Englisch habe ich nicht so viele Vergleichsmöglichkeiten, weil ich erst seit etwa sechs Jahren vermehrt auf Englisch lese. Meiner Meinung nach lies sich das Buch aber sehr gut lesen, der Stil war sehr malerisch und poetisch. Muss man mögen, mir hat es gut gefallen!

Der LBTQ+ Aspekt: Das war tatsächlich einer der Gründe, warum ich mir das Buch unbedingt kaufen wollte. Es war bei Amazon in der Kategorie „Lesbische Romane“ gelistet – und dann noch High Fantasy und Drachen! Und bei einem großen Verlag erschienen. Das hat mich wie elektrisiert. Über die Relevanz von Repräsentation will ich aber ein andermal sprechen. In The Priory of the Orange Tree ist eine große Menge Repräsentation zu finden. Dabei wurde das ganz natürlich umgesetzt und, wie ich fand, sehr stimmungsvoll.

Zusammenfassung

Cover: * * * * *
Story: * * * *
Worldbuilding: * * *
Figuren: * * * *
Stil: * * * *
Insgesamt: * * * *

Feenwelt 2 – Eine Krone aus Perlen und Asche

Klappentext: **Lass dich vom magischen Sog der Feenwelt erfassen**
Für die junge Wasserfee Gelya gibt es nichts Schöneres, als die fernen Meere von Adalien zu bereisen – das Rauschen der Wellen und das Pfeifen des Windes immer um sie herum. Doch als ihr ehemaliger Weggefährte Gardorath von einer mysteriösen Krankheit befallen wird, lässt sie nichts unversucht, in ihre alte Heimat zurückzukehren. Aber es scheint fast zu spät: Uralte Mächte wissen von der Schwäche ihres Freundes und setzen alles daran, ihn zu vernichten. Wild entschlossen, Gardorath vor der nahenden Katastrophe zu bewahren, macht sich Gelya auf die Suche nach einem Heilmittel. Begleitet wird sie dabei von dem geheimnisvollen Yldur, der für sie ein einziges Rätsel ist und doch seltsame Gefühle in ihr weckt…

Der Funken der Inspiration

„Gelya ist ja schon ziemlich cool. Ich würde gerne mehr über sie erfahren!“
Und dieser, nicht wortgetreue, Kommentar meiner Lektorin war die Geburt des zweiten Bandes in der Feenwelt. Denn auch ich wollte mehr über Gelya erfahren. Ich wollte wissen, was hinter dieser toughen, jungen Wasserfee steckt, wie sie in Zukunft mit dem umgehen wird, was ihr zugestoßen ist. Das war eine ganze Menge, es war Traumatisches.
Aber vor allem wollte ich Adalien noch nicht allein lassen. Schließlich … irgendwie geht es ja in den Welten weiter, die wir erschaffen, nachdem wir sie verlassen haben.
Also habe ich genau das getan: Die Geschichte weitererzählt, nur mit den Augen Gelyas, während Andira und Gardorath zu erlebenden Randfiguren werden.

Die Krux der Fortsetzung

Zwei Wochen, bevor der erste Band raus kam, erhielt ich das offizielle „Go“ des Verlags. Da hatte ich schon etwa 10.000 Wörter geschrieben und mich sofort an den Schreibtisch gesetzt – denn um meine Deadline zu erreichen, musste ich 1.700 Wörter pro Tag schreiben. Neben der Uni, neben meinem Nebenjob, neben Klavier- und Geigenunterricht. Gleichzeitig musste ich mich um den Start der Reihe kümmern, musste Blogger organisieren, auf Social Media aktiv werden – und Moderatorin im Schreibnacht-Forum bin ich ja auch noch 😉
Während ich also an Band 2 schrieb, trudelten die ersten Rezensionen zu Band 1. Alle im Großen und Ganzen positiv, nicht frei von Kritik, aber das ist natürlich klar. Ich glaube nicht an das perfekte Buch.
Trotz der durchweg eher positiven Meinungen, kamen die Selbstzweifel. Denn die Kritik setzte genau da an, wo meine große Angst lag: Das Tempo der Geschichte.
Ich liebe langsam erzählte Geschichten, mit viel, viel Exposition, viel Worldbuilding, es muss nicht immer voller Action sein. Damit … stehe ich relativ alleine da. Meine Vorliebe beim Lesen von Geschichten spiegelt sich auch im Schreiben wider – und ich wusste schon, dass Band 2 noch langsamer war (und übrigens auch länger …).
Außerdem – war es überhaupt möglich, noch zu begeistern, wenn Band 1 viele gefiel? War es möglich, den Erwartungen gerecht zu werden? War es die richtige Entscheidung, zu versuchen, einen draufzusetzen?
Die Antworten kenne ich übrigens bis heute nicht.
Ich weiß nur, dass ich Band 2 sehr, sehr gerne mag. Den Rest müssen vielleicht andere entscheiden.

Themen

  1. Über Band 1 sagte jemand, dass ich besser den Unsinn von Rassismus und Vorurteilen zeige, besser darstelle, warum das ziemlicher Mist ist, als so mancher Gesetzestext (ist übrigens meine Lieblingsrezension ;)).
    Auch mit Band 2 wollte ich, wenn auch vielleicht etwas weniger deutlich als in Band 1, zeigen: Wir müssen uns jeden Tag aufs Neue bemühen, uns nicht von Vorurteilen beeinflussen zu lassen. Und egal, wie sehr wir von uns glauben, frei von ihnen zu sein – wir dürfen nicht aufhören, uns selber dahingegend zu überprüfen.
  2. Hinterfragt! Glaubt nicht einfach der ersten Meinung, die euch über den Weg läuft. Nur, weil ihr jemanden sehr gern habt, heißt das nicht, dass dieser Jemand unfehlbar ist. Nur weil viele von etwas überzeugt sind, heißt das nicht, dass es keine andere Meinung gibt. Nur weil jemand laut schreit, heißt das nicht, dass er recht hat.
  3. Nach den Katastrophen in Band 1 leiden viele Feen immer noch unter den Nachwirkungen. Sie können ihre Flügel nicht mehr benutzen, weil sie verbrannt oder durch das Eis abgestorben sind. Manche tragen Narben von Feuer und Eis auf ihren Körpern. Beides macht sie in der Welt der Feen zu Entstellten. Zu anderen. Und in einer Welt, in der sich jeder auf seine Flügel verlässt, ist ihr Verlust wie für uns Menschen in einem Rollstuhl zu sitzen. Es gibt Möglichkeiten, sein Leben weiterzuleben, glücklich zu sein! Aber es macht vieles schwieriger, weil die meisten gar nicht darüber nachdenken, was für ein Privileg es ist, sich frei fortzubewegen.
    Beim Schreiben hat mich das häufiger vor Schwierigkeiten gestellt, weil mir zwischendurch entfallen war, dass manche Figuren eben nicht fliegen können!
  4. Viele Feen, einschließlich Gelya, leiden noch unter den psychischen Nachwirkungen, unter den Traumata der katastrophalen Jahre. Ich habe die Hoffnung, dass das Buch zeigt, dass es trotzdem weitergeht und nicht alles auf der Welt schlecht ist, nur weil sie im Moment grau und voller Schatten ist.

Hey, Link, listen, Link, hey, Link!

Hier findet ihr mein Buch auf Amazon.
Hier und hier findet ihr mein Buch bei Thalia.
Ansonsten werdet ihr auch in einem Shop oder eine Buchhandlung eurer Wahl fündig!

Feenwelt 1 – Ein Königreich aus Feuer und Eis

Klappentext:
**Tauch ein in die magische Welt der Feen!**
Gegensätzlicher könnten die Wasser- und Feuerfeen von Adalien gar nicht sein: Wo die Wasserfeen die Kälte eines eisigen Winters lieben, bevorzugen die Feuerfeen die flimmernde Hitze des Sommers. Doch nur vereint können sie laut einer uralten Prophezeiung das Land vor dem Untergang bewahren. Für Andira, Prinzessin der Wasserfeen, ist diese nur ein Ammenmärchen, bis sie von ihren Eltern erfährt, dass sie wahrhaftig Teil dieser Prophezeiung ist. Zusammen mit Gardorath, dem Erben der Feuerfeen, soll sie das mächtigste Artefakt der Welt finden, um mit diesem das tödliche Schicksal der Feen zu verhindern. Nur widerwillig macht sich Andira mit ihrem Reisegefährten auf den Weg, entdeckt aber bald, dass ihre Gegensätzlichkeit nicht nur schlechte Seiten hat…

Facebook-Challenge

Es war einmal eine unveröffentlichte Autorin, die in einer Facebook-Gruppe herumwuselte … Nein, es ist kein Zufall, dass ich den klassischen Märchen-Anfang gewählt habe 😉 Denn immer noch fühlt sich mein Weg zum ersten Buch genauso an. Wie ein Märchen. Aber von vorne.
Alles begann mit einer Ausschreibung von Impress in einer Facebook-Gruppe. Verlangt wurden die ersten 5.000 Wörter einer neuen Geschichte und ein 300 Wörter Exposé. Man sollte aus ich glaube fünf verschiedenen Storyinhalten einen auswählen. Die Vorgaben empfand ich als relativ offen und entschied mich für: Zwei Charaktere haben gegensätzliche Kräfte (na, welche das wohl sind).
Ich begann mit einer Idee, von der ich nicht wirklich überzeugt war. Mitten in der Nacht hatte ich dann jedoch eine andere … Und am Abend des nächsten Tages waren die 5.000 Wörter geschafft und ich reichte Exposé plus Leseprobe ein. Ohne große Hoffnung, denn es hatten sich um die 100 Leute beworben!
Sechs Wochen später war ich in den Osterferien mit meiner Familie, als mein Handy sein Facebook-Messenger Geräusch machte. Beim Lesen der Nachricht wurden meine Augen immer größer. Es war eine Verlagsmitarbeiterin. Und sie hatten großes Interesse an meinem Manuskript.

Bis zum Buch

Tja. Ich war geschockt. So sehr, dass ich meiner Mutter mein Handy geben musste, damit sie mir bestätigt, dass ich richtig gelesen habe. Ich habe mich dann sofort in die Arbeit gestürzt, denn sie wollten die nächsten 50 Seiten lesen, um endgültig zu entscheiden. Ich war so unglaublich unsicher. Hatte Angst, meine Chance kaputt zu machen. Etwas falsch zu machen.
Kaum hatte ich die 50 Seiten abgeschickt, war ich für eine Woche das reinste Nervenbündel.
Als die Mail kam, saß ich in der Mensa meiner Uni. Erneut hätte ich einem Geist Konkurrenz machen können, so blass bin ich vermutlich geworden.
Sie. Wollten. Mich. Als. Autorin.
Und ich konnte noch nicht einmal kreischen! Das haben dann Freunde für mich übernommen, die an weniger öffentlichen Orten waren 😉
Danach fing der Stress erst richtig an. Telefonat mit meiner Betreuerin und Lektorin, Buch zu Ende schreiben, Vertrag, Lektorat, Cover, Marketing Aktion planen – und dann war der 1. November da.
Mein Buch wurde veröffentlicht.
Ich war Autorin.
Ich bin Autorin.

Was danach geschah

  1. Mein Debüt ist ziemlich durch die Decke gegangen. Es hatte super Ränge bei Amazon, alle Erwartungen wurden übertroffen – und ich konnte es nicht fassen. Und den Leuten gefiel sogar, was sie lasen!
    Springen wir in den Dezember. Ich spiele ab und zu im Orchester meines Vaters mit, bei den Geigen. Gerade war Musikschul-Konzert, ich habe also nicht die ganze Zeit gespielt und war hinter der Bühne. Der Empfang war schlecht und ich lief gerade die Treppe rauf. Mein Handy leuchtete blau auf – eine Mail mit dem Titel: Ein kleines Weihnachtsgeschenk
    Kurzer Einschub: Impress ist ein eBook only bzw. eBook first Label. Das heißt, Bücher werden erst einmal als eBook geplant. Laufen sie gut, kommen sie auch als Taschenbuch raus. Laufen sie richtig gut, nimmt Carlsen sie ins Hauptprogramm. Einschub Ende 😉
    Impress wollte mein Buch als Taschenbuch herausbringen, pünktlich zur Buchmesse.
  2. Sprung zur Buchmesse: Meine erste Buchmesse als veröffentlichte Autorin! Das Cover meines Buches (übrigens von der wunderbaren Anna Fuchsia designed) an der Impress-Wand! Und … eine Signierstunde. Wow!
  3. Und wieder sitze ich im Urlaub. Ich sollte häufiger in den Urlaub fahren, da scheinen tolle Sachen zu passieren. Es war relativ früh, ich saß im Stuhl mit einem Buch in der Hand, einen café neben mir. Whatsapp: Hast du das gesehen?!
    Habe ich was gesehen? … Mein Buch steht auf der Longlist des Deutschen Phantastikpreises in der Kategorie Bestes Deutschsprachiges Romandebüt?! Was zum …? Ich würde gerne sagen, dass ich cool geblieben bin. Die Wahrheit ist, ich habe fast angefangen zu heulen 😉
    Mittlerweile habe ich es sogar auf die Shortlist geschafft. Wow! Drückt mir die Daumen, vielleicht wird das Unmögliche wahr und ich … Nein, besser nicht laut aussprechen. Wünsche und in Erfüllung gehen und so 😉

Nützliche Links und sowas

Hier findet ihr das Buch auf Amazon.
Hier und hier auf Thalia.
Und in allen anderen Shops und Buchhandlungen einfach suchen bzw. nachfragen 😉

Neuere Beiträge »

© 2021 Tintendrache

Theme von Anders NorénHoch ↑